Eigener Gemüsegarten auf Zeit

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Viel Platz für die Hobby-Landwirte hat Thomas Schaffer auf seinem Acker.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Mit einer ganz neuen Idee will Thomas Schaffer vom Birkenhof den Menschen, die keinen eigenen Garten haben, nun zum frischen selbstangebauten Gemüse verhelfen. „Ich verpachte kleine Parzellen, die schon bearbeitet sind, für eine Saison an Gartenfreunde, die ihr Gemüse nicht nur im Supermarkt kaufen wollen“.

Die Bodenbearbeitung macht Landwirt Schaffer, er stellt auch die Reihen her, 20 an der Zahl, auf der dann später Kartoffeln, Rote Beete, Lauch, Zuckererbsen, Wirsing, Sellerie, Kohlrabi und noch einiges mehr wachsen sollen. Schaffer sät auch aus, beziehungsweise steckt Kartoffeln und Zwiebeln in den Boden.

Zur Übergabezeit wird das Gesäte schon sichtbar sein, die Aufgabe des Gärtners ist es dann, den Sommer über zu hacken und bei Trockenheit zu gießen. Ein Wasserfass, das täglich gefüllt wird, stellt der Landwirt bereit, Hacken befinden sich in einem ebenfalls bereitgestellten Bauwagen. Natürlich fehlt noch die schönste Arbeit, das Ernten der selbst angebauten Schätze im Spätsommer und Herbst. 160 Euro soll eine Parzelle von gut 70 Quadratmetern kosten, der Ertrag des Gemüses, das geerntet werden kann, hat voraussichtlich den drei- bis vierfachen Wert. Erfahrungen mit einem solchen Saisongarten hat schon die Staatsdomäne Frankenhausen gesammelt, hier wurde das Angebot begeistert angenommen.

Nur Öko-Landbau auf den Feldern

Wer sich für das Angebot eines Saisongartens interessiert, erhält Informationen im Hofladen des Birkenhofs. Unter  06071/48092 kann man sich auch gleich für eine Parzelle anmelden.

Landwirt Schaffer hat auch noch einen Partner, die Supermarktkette Tegut hat die Idee aufgegriffen und bei Bauern, die sich dem biologischen Landbau verpflichtet haben, um Umsetzung geworben. Neben Schaffer wollen sich auch andere Landwirte beteiligen, unter anderem der Betreiber des Oberfeldes in Darmstadt.

Die künftigen Gärtner müssen nach den Kriterien des ökologischen Landbaus auf ihrem Pachtland arbeiten. „Schnecken und Kartoffelkäfer dürfen also nicht chemisch bekämpft werden“, erklärt Schaffer, „sondern müssen mit der Hand gelesen werden“. Auch Düngung oder sonstige Schädlingsbekämpfung darf nicht auf chemischem Weg erfolgen. Tipps für ungeübtere Gärtner will der Fachmann in einer Sprechstunde geben.

Pachtfelder auch für Schulen

Um den Gärtnern in spe auch ein bisschen Individualität zu geben, bleiben zwei Reihen frei, dort können dann je nach Belieben Salat oder Zucchini gepflanzt werden, vielleicht denkt der zukünftige Gärtner auch an etwas fürs Auge und die heimische Vase und sät ein paar Blumen.

Einige Pachtgärten will Schaffer für Schulen bereithalten. „Die sollen ihre Parzelle allerdings unentgeltlich erhalten“, sagt der Landwirt. Schaffer ist gespannt, wie sein Angebot angenommen wird. Rund 30 Parzellen will er im ersten Jahr schaffen. Intention ist es, Menschen, die keinen Garten haben, ein Garten- und Ernteerlebnis zu verschaffen, ohne dass sie sich langfristig festlegen müssen. „Ich möchte gerade auch Kindern die Natur wieder näherbringen und dass sie sehen, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen.“

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