Einblick in Ausbildungsräume

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Interessante Einblicke, wie hier in die Schlosserei, gab es beim Sommerfest. 

Klein-Zimmern - Wenn das Sommerfest im St. Josephshaus ansteht, dann lässt sich nicht nur feiern. Für Außenstehende ist damit auch jede Menge Information möglich. Von Michael Just

So werden griffige und manchmal erstaunliche Eindrücke darüber gesammelt, wie im gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfezentrum gearbeitet wird.

Das geschieht in den offenen Werkstätten, die an diesem Tag als „Schnupperwerkstatt“ geöffnet sind, oder bei Unterhaltungsangeboten der einzelnen Wohn-, Tages- und Familiengruppen.

Die jungen Menschen mit Ansteckern, alkoholfreien Drinks oder Kinderschminken und Verkleiden im Angebot, zeigten sich auch dieses Jahr gerne bereit, Auskunft über das alltägliche Leben in der Einrichtung zu geben. „Bis gestern Abend um zehn Uhr habe ich noch mit Jugendlichen Falafel gebacken“, erzählte der geschäftsführende Heimleiter Markus Pelz. Seiner Meinung nach sind die jungen Leute für vieles zu begeistern, „wenn man sie richtig anpackt“. Über das Engagement beim Fest und die Vorbereitungsgruppe konnte er sich nicht beschweren: „Unsere Dienstgemeinschaft versteht sich wirklich als Gemeinschaft. Alle haben mitgeholfen, darunter auch viele Jugendliche.“

Jugendlicher über Facebook eingeladen

Das Sommerfest, das es seit 20 Jahren gibt, will Pelz zukünftig mehr öffnen. Dass ein Jugendlicher über Facebook eingeladen hatte fand seine Zustimmung.

Furcht, dass ein „Flashmob“ eventuell das Fest überrennen könnte, hatte er nicht. „Kein Problem. Wenn die Getränke alle sind gibt‘s eben Wasser“, sagte Pelz schmunzelnd.

Das Freigelände des St. Josephshauses und der Bischof-Ketteler-Schule war mit zahlreichen Angeboten für Bewohner, Mitarbeiter, Eltern und Freunde des Hauses gut gefüllt. Im Schlosshof befand sich zusätzlich ein Zelt und sogar eine eigens aufgebaute Bühne.

Nach der Begrüßung sah das Programm zuerst einen Wortgottesdienst vor. Anschließend wurden junge Menschen für besondere Leistungen ausgezeichnet. Gewürdigt wurden zwölf Hauptschulabgänger, drei mit Mittlerer Reife und sogar ein Abiturient mit dem bemerkenswerten Notendurchschnitt von 1,6. Für erfolgreich abgeschlossene Lehr- und Ausbildungsgänge wurden ebenfalls Absolventen geehrt.

Sonnenblumen für die Mitarbeiter

In einer flachen, runden Box gab es Kinogutscheine als Präsent. Die Mitarbeiter der jeweiligen Gruppen und Werkstätten im St. Josephshaus durften sich zudem über eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Sonnenblume freuen.

Mit der Eröffnung des Büffetts um 15 Uhr nahte Erlösung vom kleinen und großen Hunger. Neben Führungen durch den Jugendraum bestimmten zahlreiche Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten den Nachmittag, darunter eine BMX- und Mofabahn, eine Mohrenkopfwurfmaschine oder Bogenschießen. Auf der Bühne wurde ebenfalls nahezu durchgehend Programm geboten: Hier standen Liedbeiträge, Karaokesingen und sogar ein Theaterstück an. In Schlosserei, Malerei und Gärtnerei erhielten Interessierte Auskunft über den Ausbildungsbetrieb. „Wir fertigen Geländer, Treppen, Fenstergitter, Türen, Tore, Einbruchsschutz und sogar Auffahrrampen. Alles ist Maßarbeit und nicht von der Stange“, erzählte Schlossermeister Jochen Dörner. Derzeit bildet er einen Jugendlichen aus, bald kommt ein zweiter hinzu.

Insgesamt verfügt das Jugendhilfezentrum über fünf Ausbildungsplätze in seinen Werkstätten. Laut Pelz nimmt das Geleiten der Jugendlichen hin zum Schulabschluss oder zur Lehre eine der Schlüsselaufgaben ein: „Wir wollen die Jugendlichen zum selbstbestimmten Leben und zum eigenen Geldverdienen bringen. Die Abhängigkeit von Ämtern gilt es mit größtmöglichem Einsatz zu vermeiden.“

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