Eine Frage der Finanzierung

Groß-Zimmern (wd) ‐ Die Mehrzweckhalle (MZH) energetisch sanieren oder nicht? Diese Frage stellte sich den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung.

Eine endgültige Antwort, ob im Rahmen eines Investitionspakets die energetische Modernisierung der MZH mit einem Kostenaufwand von 1,7 Millionen Euro vorgenommen wird, sollen die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Dienstag, 4, Mai, geben. Ob die Fraktionen bis dahin zu einer endgültigen Entscheidung kommen, ist eher fraglich.

In einer sachlich geführten Diskussion wurden die Vor- und Nachteile der Nutzung des Investitionspakets erörtert. Hilfestellungen gab Bauamtsleiter Klaus Keller. In Händen hält die Gemeinde bereits einen Zuwendungsbescheid über Fördermittel in Höhe von 877 000 Euro, bei einem Kostenanteil für die Gemeinde in Höhe von 820 000 Euro.

Davon sind in den Haushalten 2007 bis 2010 bereits zirka 440 000 Euro für die Trinkwasserversorgung und die Brandschutzertüchtigung eingestellt. Die restlichen zirka 380 000 Euro müssten dann in den Jahren 2010 und 2012 finanziert werden. Durch die Anbringung von Dämmung und die Kompletterneuerung der Fenster könne eine jährliche Energieeinsparung von 50 Prozent der Heizkosten erzielt werden, erklärte Michael Dascher vom Ingenieurbüro Objektgestaltung Planungs GmbH, die im Auftrag der Gemeinde Groß-Zimmern eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen hatte.

Streicher-Eickhoff: „Müssen Geld investieren, das wir nicht haben.“

Etwa 80 Prozent der Halle wären bei der Durchführung aller Maßnahmen grundhaft saniert und der bauliche Zustand wie ein Neubau aus dem Jahre 2007 zu sehen. Hinzu käme, dass die vorgenommen Investitionen über 75 Jahre abgeschrieben werden könnten, erläuterte Keller. Er gab zu bedenken, dass eine Sanierung der Fenster in Höhe von etwa 250 000 Euro und die Erneuerung des Schrägdaches in Höhe von etwa 70 000 Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre sowieso anstehen würde. „Wir sehen in dieser Paketlösung Vorteile und sind grundsätzlich dafür, müssen aber Geld investieren, das wir nicht haben“, sagte Marianne Streicher-Eickhoff (Bündnis 90/Die Grünen). „Dieses Angebot hat schon seinen Charme, aber wie rechnet es sich?“, fragte Klaus Werdecker für die FDP. „Wenn wir die Fördergelder nutzen wollen, dann müssen wir auch eigenes Geld in die Hand nehmen“, betonte Bürgermeister Achim Grimm, der jedoch auch die Möglichkeit offen ließ, nur die Fenster zu sanieren. „Nach 30 Jahren ist eine Renovierung nötig und sinnvoll“, meinte Gerd Merget von der SPD-Fraktion.

Am Ende der Diskussion waren sich die beiden Ausschussvorsitzenden Wolfgang Kunkel (Planungs- und Umweltausschuss) und Manfred Pentz (Haupt- und Finanzausschuss), beide CDU, mit den Mitgliedern der Ausschüsse darüber einig, dass eine Entscheidung zu diesem Thema erst in der Gemeindevertretersitzung fallen soll.

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