„Eine Grippe wie andere auch“

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Rosemarie Hack

Groß-Zimmern - Kein Tag vergeht, an dem sie nicht Thema ist: die Schweinegrippe. Vor allem jetzt, in der Ferienzeit, haben etliche Angst, sich bei Reisen ins Ausland oder auch bei Rückkehrern zu Hause anzustecken.  

LA-Mitarbeiterin Ulrike Bernauer hat am Rathaus in Groß-Zimmern nachgefragt, in wie weit sich die Menschen vor Ort Sorgen machen und festgestellt, dass die Groß-Zimmerner der möglicherweise bevorstehenden Epidemie gelassen entgegen treten. Fast alle geben an, keine Angst vor dem H1N1-Virus zu haben.

Keine Angst vor der Schweinegrippe hatBerthold Rybczak(71), Rentner: „Die verläuft bei uns ungefährlich und ich kenne auch keinen, der sich angesteckt hat. Ich werde jetzt große Menschenansammlungen meiden. Ansonsten esse ich viel Obst, nehme Vitamin C und versuche, so gesund wie möglich zu leben“.

Ähnlich sieht esRosemarie Hack(68). „Eine Erkältung kann man immer mal kriegen“. Die Rentnerin bewegt sich wie immer. „Ich kenne auch niemanden, der in die Gegenden fährt, wo man sich leicht anstecken kann“. Einzig wegen ihrer 93-jährigen Mutter ist sie etwas in Sorge.

Erich Rapp

„Ich habe ein gutes Immunsystem und bin nicht empfindlich“, sagt Erich Rapp (68) und lacht. Der Rentner würde sogar problemlos nach Spanien oder Mallorca fahren, wo die Schweinegrippe stärker verbreitet ist. Tatsächlich aber fährt er mit dem Odenwaldklub ins Erzgebirge.

„Die Infektion ist nicht schlimmer als eine normale Grippe“, sagt Alexander Neu (32). Der Feuerwehrmann findet, dass die Gefährdung in den Medien aufgebauscht wird. „Bekannte aus meinem Heimatort in der Pfalz haben sich in Spanien angesteckt. Die wurden nach wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen“. Er treffe keinerlei Vorbeugungsmaßnahmen.

Roswitha Held-Knodt

„Zur Vorsorge wasche ich mir häufiger die Hände“, sagt Roswitha Held-Knodt (62). Aber auch sie fürchtet sich nicht. „Unser Sohn war vor drei Monaten in Südamerika, da hatten wir schon Angst. Aber er hat mit dem Arzt gesprochen, der hat ihm ein Mittel verschrieben und unser Sohn ist gesund wieder nach Hause gekommen“, erzählt die Lehrerin. Sie berichtet auch von einer Freundin, deren Kinder in England leben und die die Schweinegrippe bereits überstanden haben. „Dort wird das eher vertuscht“, meint sie.

Elfi Da Silva (46) hat den Eindruck, dass die Seuche hochgepuscht wird. „Das ist eine Grippe wie andere auch und dagegen gibt es Medikamente“, sagt die Wirtin des Dorfbrunnens. Nach Mallorca oder Spanien würde sie jetzt nicht gerade fahren, „aber da hätte ich mehr Angst vor Terroranschlägen als vor der Schweinegrippe“.

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