Zweiter Platz bei „Jugend präsentiert“

„Eine Performance hinlegen“: Groß-Zimmerner ist deutscher Vize-Meister im Präsentieren

Präsentiert auch gerne die Siegerurkunde: Der 17-jährige Zimmerner Max Spannagel.
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Präsentiert auch gerne die Siegerurkunde: Der 17-jährige Zimmerner Max Spannagel.

Der Groß-Zimmerner Max Spannagel setzt sich beim Wettbewerb „Jugend präsentiert“ gegen 4500 Kontrahenten durch und holt Silber.

Groß-Zimmern – Der Mund wird trocken, die Handflächen schwitzig, und das Herz schlägt bis zum Hals: So geht es vielen Menschen, wenn sie vor einer größeren Gruppe hauptsächlich fremder Menschen stehen und dem Publikum etwas präsentieren müssen. Max Spannagel gehört nicht dazu. Der 17-jährige gebürtige Groß-Zimmerner stand am 19. September im Bundesfinale des Schülerwettbewerbs „Jugend präsentiert“ und räumte dort trotz zahlreicher Konkurrenten mit seinem Vortrag „Quantencomputer – Zukunftstechnologie oder bald Alltag?“ den zweiten Platz ab.

„Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, da ich vorher nicht unbedingt damit gerechnet habe“, sagt Spannagel. Er war einer von insgesamt 128 Finalteilnehmern, die sich zuvor mit einer sechsminütigen Live-Präsentation über den Online-Videokonferenzdienst „Zoom“ bei den jeweiligen Länderfinals (dort erkämpfte Spannagel den ersten Platz) für das Bundesfinale qualifiziert hatten. Als Mitglied der Top 20 durfte er sogar live bei der Verkündung der Sieger im Konzertsaal der Universität der Künste Berlin dabei sein und gemeinsam mit den anderen Präsentatoren auf der Bühne der Entscheidung entgegenfiebern. Eine erneute Präsentation auf großer Bühne und vor Publikum war aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht möglich – sehr zum Bedauern Spannagels: „Ich finde es natürlich schon schade, dass ich mein Thema nicht noch mal vor Zuschauern vortragen konnte.“

Zweiter Platz für Zimmerner bei „Jugend präsentiert“: „Erfahrung ist Gold Wert“

Hinter „Jugend präsentiert“ stehen Mitarbeiter des Seminars für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen, Wissenschaft im Dialog Berlin sowie der Klaus Tschira Stiftung mit dem Ziel, die Präsentationskompetenzen von Schülern in Deutschland zu fördern. Die endgültigen Platzierungen wurden dabei von einer sechsköpfigen Fachjury, bestehend aus Wissenschaftlern, Rhetorikexperten und ehemaligen Teilnehmern, anhand der Aufnahmen aus den Länderfinals bestimmt. Der Sieg ging letztendlich an Alina Falkenhain mit ihrem Vortrag „Welche Verbindung hat ein F1-Auto mit seinem Untergrund?“.

„Das geht vollkommen in Ordnung, das war eine super Präsentation“, würdigt der zweitplatzierte Spannagel die Leistung seiner Kontrahentin. Für ihn sei es bei dem Wettbewerb ohnehin nie wirklich um Pokale, Urkunden oder die Berlin-Reise, die es für die besten Sechs zu gewinnen gab, gegangen. Ihn habe vielmehr die Möglichkeit, „eine gute Performance“ hinzulegen und zeigen zu können, was in ihm steckt, zur Teilnahme bewogen. „Auch wenn ich im Landesfinale rausgeflogen wäre – allein die Erfahrung und das Feedback wären es schon Wert gewesen. Das ist einfach Gold wert“, erklärt der 17-Jährige. Eine Teilnahme könne er daher nur jedem empfehlen: „Mir hat das sehr weitergeholfen. Präsentationen sind auch später im Berufsleben durchaus wichtig.“

Vize-Meister Max Spannagel aus Groß-Zimmern: Durch Lehrerin auf Wettbewerb aufmerksam geworden

Auf den Wettbewerb aufmerksam geworden sei er im vergangenen Jahr durch eine Lehrerin an seiner Schule in Geisenheim. Dort besucht der 17-Jährige seit 2019 die Internatsschule Schloss Hansenberg – ein Oberstufengymnasium im Rheingau für besonders begabte, leistungsstarke und engagierte Schüler. Zuvor absolvierte der heutige Zwölftklässler bis zur Jahrgangsstufe neun den gymnasialen Zweig an der Albert-Schweitzer-Schule in seinem Heimatort, wo er bereits seit vielen Jahren als Ferienspiel-Betreuer aktiv ist.

„Da mir Präsentieren schon immer viel Freude bereitet hat und mir liegt, dachte ich, das könnte was werden“, erklärt Spannagel. Also nahm er kurzerhand ein knapp fünf Minuten langes Video auf und lud es auf der Internetseite von „Jugend präsentiert“ hoch. Damals hatte sich der Schüler allerdings noch mit dem Thema „Das Protein Prion als Krankheitserreger“ beworben. „Die Themen müssen aus dem naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich stammen“, erläutert der Groß-Zimmerner.

„Jugend präsentiert“: Groß-Zimmerner mit zukunftsorientiertem Thema

Erst für die Teilnahme am hessischen Landesfinale entschied sich der computerbegeisterte Schüler dann für das Thema Quantencomputer. „Das wird uns in Zukunft alle betreffen. Dennoch ist das Feld bislang eher unerforscht. Ich wollte meinen Zuhörern möglichst verständlich vermitteln, dass sich eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt, und es ein spannendes Feld mit vielen Herausforderungen ist“, erläutert Spannagel, der nächstes Jahr seinen Schulabschluss machen wird. Das ist ihm offenbar bestens gelungen – wie sein Titel als Vize-Bundesmeister im Präsentieren nun eindrucksvoll unter Beweis stellt. (Jan Lucas Frenger)

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