Fanfarencorps richtete zwei Landesmeisterschaften aus

Eine Silbermedaille für die Gastgeber

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Über eine Silbermedaille konnt sich das 1. Fanfarencorps 1969 Groß-Zimmern freuen.

Groß-Zimmern - (ula) Wer am frühen Pfingstsonntag das Schmettern von Fanfaren vernahm oder bunt schillernde Showtanzgruppen zur Albert-Schweitzer-Schule marschieren sah, den trogen die Sinne nicht.

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Vereinsbestehen organisierte das 1. Fanfarencorps 1969 Groß-Zimmern am Pfingstwochenende die Hessischen Landesmeisterschaften um den Hessischen Tanzsportpokal sowie die der Spielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge.

Die Gruppe „Fit for Dance“ vom TV 1872 Mainz-Finthen zeigte beim Tanzsportpokal ihr Können.

Am Samstag verwandelten Cowgirls, junge Damen in Rokoko-Kostümen, Kids als Punks und Teufelchen die Albert-Schweitzer-Schule mitten im Sommer in eine kleine Karnevalshochburg. 23 Tanzsportgruppen mit rund 200 Akteuren und knapp 500 Musiker aus 16 Kapellen sorgten für einen tollen Rummel und verlangten von ihren Gastgebern ein Höchstmaß an Organisationstalent: „Wir haben 100 Helfer im Einsatz“, so die Bilanz von Thilo Heß, 2. Vorsitzender des Vereins und Hauptorganisator der zweitägigen Veranstaltung. „Die Landesmeisterschaft wird alle zwei Jahre von unserem Verband, dem Musik- und Showverband Hessen ausgetragen“, erläuterte Stefan Strauß, Vereinschef, „das hat natürlich toll in unser Jubiläumsjahr gepasst.“

Im Jubiläumsjahr steht noch eine weitere Veranstaltung auf dem Programm: Am Samstag, 17. Oktober, will der Verein ein „Jubiläumskonzert“ mit Rahmenprogramm in der Mehrzweckhalle geben.

Während die Spielleute des Zimmerner Fanfarencorps hinter Biertresen, Kuchentheke und Grill schwitzten, herrschte in der Sporthalle Partystimmung. Das Publikum feierte die Tanzsportler, die sich bei klassischen Polkas und Gardetänzen, aber auch modernen Jazz- und Showtänzen einen tollen Wettstreit lieferten. Präzise Choreografien, fantasievolle Kostüme und spektakuläre Hebefiguren machten der Jury ihre Arbeit nicht leicht. Nach einer nur kurzen Erholungsphase, hieß es für die Gastgeber bereits am Pfingstsonntag um 8.20 Uhr, ihr Können auf der Bühne zu zeigen. Dirigent Björn Schneberger spornte seine Truppe beim Wertungsspiel zu Höchstleistungen an. Mit tollem Erfolg: „Wir haben die Silbermedaille gewonnen“, freute sich Thilo Heß über den zweiten Platz in der Kategorie „Naturton erweitert“. „Wir sind stolz, dass wir immer noch ohne Ventile blasen“, erklärt Stefan Strauß. Trotzdem hat das Orchester mit seinen rund 25 Aktiven mit einer Tradition gebrochen und hat Noten gelernt. Für das Blasen der „Naturtoninstrumente“, Fanfaren, Hörner und Sousaphone, reichten den Musikern bislang gutes Gehör, feine Technik und natürlich viele Übungsstunden.

Für das Jubiläumsjahr wurden moderne Stücke geprobt, deren Studium Notenkenntnisse voraussetzten. Schließlich startet das Fanfarencorps bald richtig durch: Ab August beginnt die Hauptsaison der Bläser und Trommler, die dann fast wöchentlich für Feste, Umzüge und andere Veranstaltungen gebucht werden. „Wir sind Botschafter und Repräsentanten unserer Gemeinde in nah und fern“, diese Maxime hat sich der Verein auf die Fahne geschrieben. Und damit setzt er fort, was die Gründungsväter einst antrieb: 1969 zogen befreundete Musiker mit Fanfaren und Trommeln am Rosenmontag nach Dieburg. Diese spontanen Auftritte waren so inspirierend, dass im Juni die Vereinsgründung anstand.

Um für die Zukunft gut gewappnet zu sein, bietet das Fanfarencorps seit diesem Jahr musikalische Grundausbildung an (Kontakt: Thilo Heß, 0151/14546338). Nachwuchsmusiker ab sechs Jahren werden ausgebildet, um später neben den „Großen“ im Orchester zu blasen. Nach einem aufreibenden Wochenende sind die Vereinsaktiven müde, aber sehr zufrieden. „Es war ein Riesenevent, wir sind von allen für die gute Organisation gelobt worden“, freut sich Heß.

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