ZIMMERNER KÜRBISMARKT Spätsommer lockt tausende Besucher an

„Eine wunderschöne Atmosphäre“

Gefordert: Stelzenfrau Violinda flanierte Geige spielend durch die Menge. Foto: zah

Groß-Zimmern – Ein bisschen Jahrmarkt, eine ordentliche Prise Gewerbe, bäuerlicher Charme und eine dicke Portion Straßenkunst: Der 20. Kürbismarkt bot am Wochenende Bekanntes und Neues.

„Natürlich lebt so eine Veranstaltung vom Wetter!“, sagte ein Groß-Zimmerner Ehepaar, dass im Dresselhof vom frischen Most zur Verkostung des Federweißen überging. Der Bauernmarkt im Dresselhof war zwar nicht neu – wurde aber von vielen neu entdeckt. „Das neue Raumkonzept des Kürbismarktes ist prima“, meinte Jasmin Dressel, glücklich über den Zuspruch in ihrem Hofladen. Im Vorjahr war die Kirchstraße nicht ins Marktgeschehen eingebunden und falsch geparkte Autos schirmten die liebevoll hergerichtete Hofreite zusätzlich von Besucherblicken ab.

Die Veranstalter, der Verein Beli(e)bt Groß-Zimmern, hatten diesmal beides: Wetterpech und ganz großes Glück. Nach einem ansprechenden Auftakt am Samstag zogen Regenwolken heran. Während Bürgermeister Achim Grimm die Veranstaltung auf der inzwischen verregneten Hauptbühne am Rathausplatz vor schwindenden Besuchermengen eröffnete, trieb es das Publikum in die Mehrzweckhalle. Zwischen Marktcafé und Hobbykunst machte die mazedonische Volkstanzgruppe Karpos den Boden zur Tanzfläche – der Kunstkulturverein gehört seit mehreren Jahren zum Programm.

Perfekte Wetterbedingungen bescherten dem Sonntag viel Publikum aus der ganzen Region. Der schöne Effekt zeigte sich auch an weniger schönen Szenen, beim Gerangel um knappen Parkraum im Herzen Zimmerns. Doch das vielfältige Programm zog: „Wir haben von der Veranstaltung in der Zeitung gelesen“, sagte ein Besucherquartett aus Babenhausen, das die warmen Sonnenstrahlen auf dem Rathausplatz genoss – der war auch diesmal Herzstück des Markttreibens. Und bot den Straßenkünstlern eine Bühne inmitten des Rummels. „Eine wunderschöne Atmosphäre“, schwärmte Stelzenfrau Violinda, die in luftiger Höhe Geige spielte.

Das Raumkonzept zum runden Geburtstag der Veranstaltung wurde neu entwickelt und kompakter gestaltet. Im Carée, von der Jahnstraße über Rathausplatz und Kulturfläche, Kirchstraße und schließlich über die Kreuzstraße zurück zum Rathausplatz, war sich ein Rundweg mit etlichen Ständen und Stationen zu entdecken. Vom Karussell über die Kürbisbastelwerkstatt am Blumengeschäft, den Ständen der Engagementlotsen und Lebensmittelretter, Gewerbetreibenden bis hin zur evangelischen Kirche, wo der Glockenförderverein nicht nur zur Wildschweinbratwurst lud, sondern auch zur Besteigung des Glockenturms. Vereine, Landwirte, Initiativen und lokale Gewerbetreibende gestalteten auch diesen Markt mit, die Abkopplung der Hauptstraße vom Marktgeschehen nahm den gewerblichen Charakter der Veranstaltung jedoch zurück. Geblieben ist der verkaufsoffene Sonntag, den der ein oder andere nutzte, um sein Unternehmen zu präsentieren.

Mit dem Schlenker durch die Kreuzgasse gab es dann doch ein Loch: „Das ist die Hausaufgabe für das nächste Mal, den Markt hier noch aufzufüllen“, meinte Marc Feuerbach, Impulsgeber des neuen Raumkonzepts. Abheben von anderen Märkten möchte man sich auch künftig mit Straßenkunst: Musik, Jonglage, ja sogar Comedy und Akrobatik machen den Kürbismarkt ganz besonders. zah

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