Wo einst Beschbandite regierten

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Besonderen Geschichten an besonderen Orten lauschten die Gäste der Abtenteuer-Lesereihe der Jugendförderung.

Groß-Zimmern - Was haben Angsthasen, Bücherwürmer und Groß-Zimmerns ältestes Gebäude gemeinsam? Im Rahmen der bundesweiten Aktion zum Deutschen Vorlesewettbewerb trafen sich kürzlich literaturbegeisterte Bürger, um in der über tausendjährigen Obermühle Fantasiegeschichten zu lauschen. Von Ursula Friedrich

Ira Drewitz las vor ihrem jungen Publikum die Geschichte von „102 Tieren, die es nicht gibt, an 102 Orten, von denen man träumt“ - ein Literaturwek aus eigener Feder. Gemeinsam mit Karin Göttmann und Tom Hicking, dem Trio der Bildungsreihe „Abenteuer Lesen“ der Kinder- und Jugendförderung, hatte sie den Literaturnachmittag an einem besonderen Ort organisiert. .

Dass es mit dem alten Fachwerkanwesen etwas Besonderes auf sich hat, vermuteten bereits die Jüngsten, die vorbei an einer schnatternden Gänseschar in den Innenhof flanierten. Munter rauschte die Gersprenz an der Mühle vorbei. „Hier regierten einst die Beschbandite“, verwies Mühlenbesitzer Roland Buchert humorvoll auf eigene Kindertage.

Leben der kleinen Gersprenzpiraten neu aufleben lassen

Jugendpfleger Tom Hicking hat sich von dieser Idee bereits inspirieren lassen und plant für die kommenden Sommerferien, das einst so wilde Leben der kleinen Gersprenzpiraten neu aufleben zu lassen.

Mit Senior Roland Buchert ging es noch viel weiter zurück in der Historie. „Die Obermühle wurde 1385 erstmals in einem Dokument erwähnt und ist heute sicherlich das älteste Gebäude in Zimmern“, erzählte er.

Die wassergetriebene Getreidemühle hat ihren ursprünglichen Dienst 1960 zwar aufgegeben, doch nachdem die Familie Buchert das denkmalgeschützte Anwesen 1978 erworben hat, wurde alles komplett saniert und teilweise mit Appartments versehen. Handwerksbetriebe mieten diese Unterkünfte für ihre Mitarbeiter.

Der beliebte „Biergarten Obermühle“ wurde 1988 eröffnet. Nach einer geschlossenen Saison soll das Ausflugslokal im Innenhof im kommenden Jahr wieder öffnen. An Wochenenden der warmen Jahreszeit werden Besucher im kopfsteingepflasterten Innenhof des historischen Einods wieder Snacks und Getränke genießen.

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