In Clemens Geiß" Familie hat Kommunalpolitik lange Tradition

Einst „junger Wilder“

Kommunalpolitiker, Vereinsmensch, Hobbygärtner: CDU-Mann Clemens Geiß. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - Das Zeug zum Kommunalpolitiker wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Clemens Geiß, der nicht nur auf Zimmerner Vorfahren stolz sein kann, solange der Stammbaum reicht, hat einen prominenten Opa. Franz Angermeier begründete 1956 den CDU-Ortsverein in der Gemeinde. Von Ursula Friedrich

„Und mein Uropa saß sogar im hessischen Landtag“, sagt Clemens Geiß heiter.

Zunächst einmal hatte der 1949 geborene Groß-Zimmerner keine rechten Ambitionen in die Fußstapfen der politisch ehrenamtlich tätigen Ahnen zu treten. „Ich wurde mit 21 Jahren zwar Parteimitglied der CDU“, erzählt er, doch die Stunde, ein politisches Amt zu übernehmen hatte noch nicht geschlagen.

Clemens Geiß, passionierter Vereinsmensch, Katholik und Musiker, war anderweitig ausgelastet. Zehn Jahre diente er als Messdiener, spielte Handball, machte Leichtathletik, war beteiligt an der Gründung des katholischen Bläserchors und der Kerb Dixie Stompers, war als grün-weißer Kerbborscht Mundschenk, im Vorstand des Turnvereins.... und die Liste ließe sich noch fortsetzen. Mit Ehefrau Agnes bekam er zwei Kinder, das Eheversprechen jährt sich 2012 zum 40. Mal. Geiß machte Karriere als technischer Angestellter und ist inzwischen stellvertretender technischer Betriebsleiter des Zweckverbands Gruppenwasserwerk.

1992 geschah es dann doch: Auf Drängen des heutigen Bürgermeisters Achim Grimm trat der damals 43-Jährige aus der zweiten Reihe hervor und erklärte sich bereit, bei den Kommunalwahlen einen vorderen Platz einzunehmen. Drei Legislaturperioden saß Geiß als CDU-Vertreter in der Fraktion. „Wir waren die jungen Wilden“, schmunzelt er, denn im Schulterschluss mit Grimm, Katharina Geibel und Janek Gola mischte das Quartett von der Oppositionsbank aus mit frischen Ideen die Garde der altgedienten Gemeindevertreter auf.

Inzwischen gehört Clemens Geiß in der zweiten Periode dem Gemeindevorstand an und weiß, dass Bewegung in der Politik oft keinem sprudelnden Quell, sondern einem gemütlich mäandernden Flüsschen gleicht.

„Oberste Priorität hat die Haushaltskonsolidierung“, so sein politisches Ziel.

Clemens Geiß, der seit 17 Jahren in der Betriebskommission Abwasser sitzt, will außerdem die Modernisierung der Kläranlage vorantreiben. Eine kostenintensive Zukunftsvision, denn daran ist auch die Ertüchtigung der Kanäle gekoppelt.

Als Mitglied der neuen Hallenbadkommission plädiert er dafür, das Defizit des Bades von 500 000 Euro jährlich auf 300 000 euro hinunterzufahren. „Dazu braucht es eine Summe von Maßnahmen“, so seine Einschätzung – die zeitweise Schließung während der Sommermonate dürfe kein Tabu sein.

Als Vereinsmensch pocht freilich sein Herz für die Zimmerner Vereine. „Gute, aktive Vereine sind der Gradmesser für eine belebte Gemeinde.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare