Eintauchen in die internationale Fülle

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Die Gäste, die sich vom nassen Oktoberwetter nicht hatten abschrecken lassen, genossen das internationale und abwechslungsreiche Programm beim Fest der Kulturen.

Groß-Zimmern (ula) - Was ist „Ekmek tatusi“? Wie schmecken Blinis? Wie tanzt man im Libanon – oder gar auf dem Planeten X? Besucher des zweiten Fests der Kulturen konnten eintauchen in eine Fülle von fremden Bräuchen, kulinarischen Angeboten, Tänzen und Musik aus anderen Nationen.

Das grüne Herzstück der Wohnanlage Angelgarten- und Dresdner Straße, der Spiel- und Parkbereich, hatte sich zum Festplatz gewandelt – eine Einladung, um miteinander zu feiern. Rund 20 Helfer hatten Buden aufgebaut, eine Bühne war vom Bauhof herbeigeschafft worden, ein großes Festzelt schützte vorm launischen Oktoberwetter.

Wer dem Wetter trotze, feierte ausgelassen mit – zumal ein rund vierstündiges Bühnenprogramm für jede Menge Abwechslung sorgte.

„Kennen sie die polnische und russische Küche?“ warben die Frauen am Stand des Mehrgenerationenhauses für ihre Spezialitäten. Die „Cateringdamen“ des inzwischen gut etablierten Café 50 plus im Mehrgenerationenhaus waren beim Fest der Kulturen selbstverständlich mit von der Partie.

„Es war toll, wie wir unterstützt wurden“

„Ich will ein Würstchen!“, beharrte ein junger Besucher und bekam Rindswurst samt Pommes serviert. Eine Delegation türkischer Frauen der Wohnanlage hatte nicht nur ganze Berge landestypischer Köstlichkeiten aufgetischt. Sie wollen mit dem Erlös ihres Standes dazu beitragen, die Not hungernder Kinder in Ostafrika zu lindern. „Es war toll, wie wir unterstützt wurden“, freute sich Hatice Durmaz über die vielen leckeren Essensspenden, die für den guten Zweck von Freunden und Bekannten zubereitet wurden.

Über 60 Akteure aus Vereinen, Schulen oder einfach aus der Nachbarschaft gestalteten das bunte Bühnenprogramm mit. Das Streicherensemble der Albert-Schweitzer-Schule feierte hier gar sein Bühnendebüt. Auch die schüchterne Melissa wagte mit Gesangspartnerin Dijana schließlich ihre Premiere vor so vielen Gästen. „Nachdem wir sie mit Engelszungen überredet haben“, so Mutter Meral Akkoyun schmunzelnd.

Bunter Kultur-Mix aus 40 Nationalitäten

Das Fest der Kulturen war einmal mehr ein gemeinsames Projekt der Anwohner des Wohngebiets und der Projektwerkstatt „Soziale Stadt“. Von den rund 600 Bewohnern der umliegenden Häuser, die mit ihren 40 Nationalitäten einen bunten Kulturenmix bieten können, schreckte das Wetter jedoch viele ab.

Im vergangenen Jahr war das Fest als Eröffnungsfeier für das gemeinsam angelegte neue Spiel- und Parkgelände zwischen den Wohnhäusern aus der Taufe gehoben worden. Bei strahlendem Wetter waren rund 700 Gäste gekommen - wegen des nasskalten Wetters konnte aktuell nicht an den Publikumserfolg des Vorjahres angeknüpft werden. Bei den Beteiligten war dies aber kein Anlass zum Verdruss. „Wir wollen das Fest der Kulturen als feste Institution in Groß-Zimmern etablieren“, sagte Tobias Lauer von der Projektwerkstatt. Immerhin war es gelungen, diesmal noch mehr Sponsoren mit ins Boot zu holen. Und das Aufgebot der vielen Bühnenakteure, von Tanzformation bis zum Streicherensemble, musste den Vergleich nicht scheuen.

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