Ein Eisenmann mit Netz-Tagebuch

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Frank Kim Pullmann

Groß-Zimmern ‐ Vom „längsten Tag des Jahres“ haben zumindest Triathleten fast alle schon einmal gehört – gemeint ist der „Ironman“. Doch auch wenn man den Wettkampf Ultra-Triathlon nennt, wird die Strecke von 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen (Marathon) nicht weniger strapaziös. Gehört hat man schon viel vom „längsten Tag des Jahres“ – und ein Groß-Zimmerner schreibt darüber. Von Jens Dörr

Besser gesagt: Er bloggt. Wobei das, was Frank Kim Pullmann tut, nicht viel anders ist als Tagebuchschreiben im Internet. Daher kommt auch der Begriff: Bloggen kommt von Blog, Blog wiederum ist die Abkürzung von Weblog – zu Deutsch: Netz-Tagebuch. Eine Internet-Seite letztlich, auf der Textbeiträge in umgekehrt chronologischer Reihenfolge – der neueste also immer ganz oben – veröffentlicht werden, ohne dass großartiges technisches Know-How notwendig ist. Der Unterschied zu einem normalerweise intimen Tagebuch: Die Einträge Pullmanns kann jeder mitlesen – und sogar direkt unter dem Text kommentieren.

Davon machen die Nutzer in „Iron-Kims“ Blog zwar kaum Gebrauch, gelesen wird es aber, wie Pullmann anhand der Statistiken feststellen kann.

Hier geht es zu Kim Pullmanns Blog.

Auch wenn die Seite http://kimpullmann.blogspot.com keine Massen an Lesern anlockt, stört das den 29-Jährigen nicht. Er bloggt seit April 2009 relativ regelmäßig, hat mehr als zwei Dutzend Artikel geschrieben. „Über das Bloggen bin ich eigentlich zufällig gestolpert“, sagt der selbständige Versicherungskaufmann. Das Thema indes stand von Beginn an fest: Triathlon, seine Leidenschaft. „Das Blog soll sich vor allem an meine Freunde richten, aber auch an andere Triathleten, die vielleicht einmal darüber stolpern.“ Das sei bereits passiert, ein Austausch etwa über spannende Wettkämpfe könne die Folge sein. „Außerdem kann ich vielleicht den einen oder anderen Anreiz für die Gestaltung des Triathlon-Trainings geben“, nennt Pullmann einen weiteren Grund, das Internet-Tagebuch zu lesen.

Erster Höhepunkt: der Ironman in Frankfurt 

Hilfreiche Tipps kann der Zimmerner, den es momentan nach Darmstadt verschlagen hat, massenweise geben: Schon mit neun Jahren absolvierte er seinen ersten Triathlon. „Das war ein Schülerwettkampf in Traisa“, erinnert sich Pullmann. 200 Meter Schwimmen, vier Kilometer Radfahren und ein Kilometer Laufen standen damals auf dem Programm. Geschwommen sei er schon immer gerne, als Kind auch „mit dem Rädchen durch die Gegend gedüst“. Was er auch von Vater Klaus Pullmann haben dürfte, der seinerseits immer sportlich und dann auch im Triathlon aktiv gewesen sei, wie der Filius bereitwillig aussagt.

Zum Schwimmen in den Verein holte ihn dann Hans Zimmermann aus Groß-Zimmern. „Er hat immer an mich geglaubt“, sagt Pullmann dankbar. Im Verein trainierte er die meiste Zeit seiner bisherigen Laufbahn beim TV Groß-Zimmern, heute auch wegen des Wohnorts beim DSW Darmstadt.

Über die Olympische Distanz und die Halbdistanz landete Pullmann 2004 auf dem Höhepunkt seiner Amateur-Karriere: Damals „finishte“ er den ersten „Ironman“ in Frankfurt. Sein Vater tat es ihm gleich, bei Frank Kim Pullmann folgten zwei weitere erfolgreiche Wettkämpfe in Frankfurt und einer in Zürich. Die Bestzeit stellte er in diesem Jahr auf: Nach elf Stunden und 40 Minuten kam der Zimmerner da ins Ziel. Bei der Premiere 2004 dauerte sein Wettkampf noch 95 Minuten länger.

Beim Laufen sieht der 29-Jährige noch Spielraum nach oben. Über die Trainingsmethoden und die nächsten Wettkämpfe wird er dann sicher auch wieder schreiben.

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