TV mit eisernem Sparkurs

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Für ihren besonderen Einsatz für die Gemeinschaft wurden (von links) Cord Rodewald, Christina Riske, Lothar Burger, Karina Gruber, Rosi Bach, Walter Schönig und Walter Gottstein im Rahmen der Hauptversammlung mit Verdienstnadeln in Bronze und Silber geehrt.

Groß-Zimmern (ula) ‐ In schwierigen Zeiten von Wirtschaftsrezession und defizitären Haushalten manövriert die Vorstandsmannschaft des TV Groß-Zimmern das Vereinsboot um alle Klippen.

Zum einen sei der Verein bemüht, ein attraktives Sportangebot zu bieten, zum anderen Sportanlagen in Schuss und die Mitgliedsbeiträge stabil zu halten. So die Maxime des Vorsitzenden Michael Coors. Dies erfordert einen schwierigen Jonlageakt und der Verein hat sich einen eisernen Sparkurs auferlegt. So wird das marode Dach der Georgi-Reitzel-Halle etappenweise saniert, um keine Schulden zu machen. Der erste Bauabschnitt der 150 000 Euro teuren Dachsanierung erfolgte im Vorjahr (Kostenpunkt 20 000 Euro). Auch auf dem Dach der Tennishalle werden bald die Handwerker tätig: Eine Photovoltaikanlage für rund 285 000 Euro soll dort aufgebracht werden und innerhalb von 20 Jahren neben Öko-Strom (Leistung: 70 kw/Peak) sogar einen sechsstelligen Betrag erwirtschaften.

Die langjährigen Vereinsmitglieder (von links) Hans Beez, Joachim Klockmann, Hans Steinbrecher, Christel Sänger und Reinhold Poth wurden für ihre Treue geehrt.

Im Energiebereich vermeldete Schatzmeister Ingolf Reinhard alarmierende Zahlen. 51 000 Euro „verheizte“ der TV im Winter 2009 in seinen Hallen – rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Die schlechte Dämmung der Hallen und die kalte Witterung seien verantwortlich, so Coors. 17 000 Euro wurden für Strom ausgegeben, 15 300 Euro für Wasser.

Coors: “Ob weitere Kürzungen folgen, bleibt abzuwarten.“

Diese Zahlen, aber auch den Rückgang der Unterstützung durch die Gemeinde, stellen den Vorstand vor ein schwieriges Thema: Die Anhebung der seit rund sechs Jahren konstanten Mitgliedsbeiträge kommt im Juli auf die Tagesordnung. Weitere Negativtrends auf der Einnahmenseite: Die Förderung erwachsener Vereinsmitglieder durch die Gemeinde fiel bereits der kommunalen Sparpolitik zum Opfer. „Ob noch weitere Kürzungen kommen, bleibt abzuwarten“, so Coors.

Derzeit wird im Kassenbericht ein Anlagenwert von 615 000 Euro aufgelistet, das Umlagevermögen betrug zum Jahresende 54 800 Euro, die Verbindlichkeiten gegenüber der Bank 316 000 Euro.

Auf der Einnahmenseite sind die Mitgliederbeiträge mit 223 500 Euro der dickste Brocken gefolgt von 61 300 Euro Zuschüssen. Im Ausgabenbereich werden 85 200 Euro für den Sportbetrieb sowie Löhne und Verwaltung sowie 62 500 Euro für Übungsleiter aufgewendet. Mit einem Minus von 6 500 Euro schloss das Haushaltsjahr ab.

Trotz knapper Kassen wurde kleines Gerät beschafft

Konstant ist dafür die Mitgliederentwicklung: Rund 2 200 Mitglieder werden geführt, sodass der TV der größte von 70 hiesigen Vereinen ist. Aktive können auf ein immer größeres Sportangebot im „Sportzentrum“ des TV zurückgreifen.

TV-Chef Michael Coors (links) und Trainerin Sonja Roskosch (3. von links) gratulierten den TV-Sportler des Jahres: Julia Niebergall, Christopher Pfeffer, Petra Brohm und Bernd Prior.

Derzeit wird in 21 Abteilungen sowie weiteren Zusatzkursen ein breit gefächertes Angebot leistungs- und breitensportorientierter sowie gesundheitsfördernder Sportmöglichkeiten geboten. Neu sind weitere Yogaangebote und ein Pilateskurs. Trotz knapper Kasse wurden viele kleinere Sportgeräte angeschafft und auch in langlebiges Sportgerät investiert: Die Tischtennisabteilung freut sich über zwei neue Platten (1 200 Euro) und die Turnabteilung über einen neuen Schwebebalken (2 000 Euro). 900 Euro wurden in der Kletterhalle ausgegeben. Kontinuität zeichnet sich im Vorstand ab, wo kein Personalwechsel vorgenommen wurde. Zu neuen Kassenprüfern wurden Petra Brohm und Cord Rodewald gewählt.

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