Endlich darf frau den Pfarrer küssen

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Toll maskiert waren einfach alle bei der ökumenischen Frauenfastnacht.

Groß-Zimmern ‐ Schmollmund und sexy Figur kündigte Fastnachtssquaw Rosemarie Busch-Maiwald an. Und sie hatte nicht zu viel versprochen. Im weißen Kleid erschien Marilyn, alias Gisela Blome, am Donnerstagabend im Pfarrzentrum zur Weiberfastnacht. Von Ulrike Bernauer

Was fehlte, war die Lüftung, die den Rock so schön bläht. Dafür hatte Marilyn eine elegante Begleiterin dabei. Tränen lachten die Närrinnen als Double die Eleganz ihres Vorbildes persiflierte. Für das größtenteils weibliche Publikum gab es viel zu sehen. Ein Highlight sind alljährlich die Huppdohlen, die diesmal als veritable Weinhexen sowohl mit ihren Kostümen als auch mit einem spritzigen Tanz entzückten.

Ein Hingucker waren natürlich auch die Elfchen, die ganz getragen in den Saal schwammen, ihren Tanz aber vom Neuschwimmer zur wilden Wasserschlacht entwickelten. Gut standen den Herren die geringelten Badeanzüge samt Latschen und Quietscheentchen.

Ein wenig wehmütig betrachtete Sitzungspräsidentin Busch-Maiwald die jungen knackigen Damen vom Gardetanz. „Da merkt man gleich zweimal, dass man älter wird“, stellte die Moderatorin fest. „Wenn es bei uns knackt, ist das anders, und als die jungen Damen hier anfingen, haben hinterher noch die Mütter zum Abholen auf sie gewartet.“

Zwei Küsschen vom Pfarrer

Fürs Auge, jedoch hauptsächlich fürs Ohr, boten die zahlreichen Büttenrednerinnen einiges. Esther Herbert erzählte von ihrem Prachtexemplar von Gatten: „Mann oh Mann, hab ich en Fang gemacht“, um am Ende enttäuscht aus ihrem Traum aufzuwachen.

Überraschungsgast Brigitte Jung, Ex-Zimmernerin und nun in Billings beheimatet, hatte einen äußerst erquicklichen Vortrag über Löcher mitgebracht, dabei war vom Mause- über das Haushaltsloch bis zum Loch im Knie fast alles. Katharina Fischer zeigte bei ihrem Vortrag „Tapezieren ist schwer“ wie frau ihren Mann los werden kann. Liesel Röhrig und Anita Obmann outeten sich als die Betreiberinnen einer Beauty-Farm und verzückten durch Mimik und Gestik.

Sandra und Tanja Ihring versetzten den ganzen Saal in Spannung, als sie von Pfarrer Christian Rauch zwei Küsse forderten: „Einen fürs letzte Jahr und einen für heute“. Der geistliche Herr, an dieser Weiberfastnacht mal im ganz strengen Gewand (nachdem die Schreiberin dieses Artikels die drei Pfarrer von Groß-Zimmern in die jeweils andere Konfession hatte konvertieren lassen, erschien Rauch in der evangelischen Amtstracht, Pfarrer Michael Fornoff hingegen hatte die katholischen Prunkgewänder an) zierte sich ein wenig, nahm dann jedoch als Unterstützung den Kollegen vom anderen Gickel mit und die beiden Damen erhielten ihre Bussis.

Quetschkommoden sorgten für Party-Laune

Elfriede Burger begab sich auf die Suche nach einem Mann. Leider erfolglos, getröstet hat sie sich dann mit der stürmischen Aufnahme bei der Altweiberfastnacht. Bei der es ja immerhin auch einige Männer im Publikum gab und außer den Elfchen auch noch zwei Herren auf der Bühne. Ordentlich Stimmung machten Gerhard Kuhr und Charly Weygandt mit ihren Quetschkommoden.

Himmlischeren Gesang boten die Kantorinnen, die als Engel und mit Abba-Titeln überraschten. In Bewegung kamen die Fastnachterinnen zwischendurch immer wieder, neben etlichen Schunkelrunden gab es zahlreiche Polonaisen. Die letzte erst am Freitag in der Früh, als sich die Unentwegten mit Häuptling Rauch an der Spitze zu Bäcker Nennhuber schunkelten und lauthals mit Fastnachtsliedern Weck und Kräppel erschlichen.

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