NABU informiert: Fördergelder fürs „Messeler Hügelland“ laufen im Dezember aus

Genuss und Information im Wald

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Ein Spaziergang im herbstlich bunten Wald tut Leib und Seele gut.  

Groß-Zimmern - Eine Wanderung durch den bunt gefärbten Herbstwald stellt eine der schönsten Naturerfahrungen dar. Von Michael Just 

Auf Einladung des NABU Groß-Zimmern, des Fördervereins Waldschule und der Naturschutzbehörde des Landkreises fand am Sonntag ein Entdeckungsspaziergang durch den leuchtenden Gemeindewald statt. Für Fragen und Erklärungen standen mit dem NABU-Vorsitzenden Dr. Lothar Jacob, Uwe Avemarie von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises sowie Revierförster Martin Starke gleich drei Experten zur Verfügung.

Wie Jacob sagte, ist das Herbstlaub in diesen Tagen ein ständiger Wegbegleiter. Trotz der Alltäglichkeit halte das Farbenspiel der Blätter aber immer noch viele Geheimnisse zurück, die die Wissenschaft bis heute nicht komplett lösen konnte. „Grundsätzlich beginnt mit dem Herbst eine Mangelzeit für die Bäume. Die Blätter werden unter anderem abgeworfen, um Verdunstungen beim Wasserhaushalt zu reduzieren“, erklärte der Experte. In diesem Zusammenhang verschwinde das Blattgrün - das sogenannte Chlorophyll - und andere Farbstoffe in rot, orange oder gelb, die zum Teil schon da sind oder gebildet werden, entfalten sich. „Neueste Erkenntnisse besagen, dass diesen eine Schutzfunktion zukommt, etwa bei der Entgiftung des Baumes und der Bekämpfung freier Radikale“, so Jacob.

Unterwegs im Messeler Hügelland

Der Herbsspaziergang, dem sich rund ein Dutzend Bürger anschlossen, führte an der Hirschkäferwiege und mehreren Tümpeln vorbei. Alles gehört zum Bestand des Projektes „Messeler Hügelland“, das bisher vom Land Hessen mit einer jährlichen Summe von 50 000 Euro unterstützt wurde.

Laut Koordinator Uwe Avemarie laufen die Fördergelder im Dezember bedauerlicherweise aus. Damit gehe die Gefahr einher, dass die erzielten Errungenschaften mittel- und langfristig wieder verloren gehen könnten. Dabei bezieht er sich auf die rund 150 Maßnahmen, die für die Schaffung und den Erhalt von Feuchtgebieten oder die Freistellung von Steinbrüchen und Sandbereichen stattfanden. „Bleibt die Pflege aus, wird vieles wieder zuwachsen“, ist sich Avemarie sicher.

För

derbetrag von 8.000 Euro wäre nützlich

Dass die Naturschutzverbände hier in die Presche springen, hält er für leichter gesagt als getan: „Das kann kein Ehrenamt in dieser Größenordnung leisten. Eine systematisch koordinierte Unterhaltung von öffentlicher Seite ist in diesem Fall unabdingbar.“ Laut dem Mann von der Unteren Naturschutzbehörde wäre bereits ein jährlicher Förderbetrag von 5.000 bis 8.000 Euro ausreichend, um in größeren Abständen wichtige Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Das Versiegen der Fördergelder für das Messeler Hügelland sieht der Projektkoordinator auch aus einem anderen Grund als schade an: Denn neben den Sachleistungen wurden die Gelder vor allem für Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Mit Schulklassen und Kindergruppen gab es eine Fülle von Exkursionen und Projekte. „Neben dem Spaß blieb dabei eine ganze Menge hängen“, sagt Avemarie. Vielen Kindern sei dabei bewusst geworden, welche Bedeutung eine intakte Natur für das Leben auf der Erde hat.

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