Familie, Kirche und Soziales sind der CDU-Gemeindevertreterin Luisa Held wichtig. „Ich helfe selbst mit, etwas zu ändern“

Entscheidungen mit Gewissen vereinbaren können

Wichtigstes Organ Groß-Zimmerns ist die Gemeindevertretung. Hier werden Planungen für die Entwicklung der Gemeinde diskutiert und Beschlüsse zu deren Umsetzung gefasst. Wer sind die 37 Gemeindevertreter? Der LA stellt die Kommunalpolitiker in lockerer Folge vor.

Groß-Zimmern - „Ich habe früher oft über die Politik gemeckert, dann habe ich mir gesagt: ich lasse das jetzt oder ich helfe selbst mit, etwas zu ändern“, erzählt Luisa Held. Von Ulrike Bernauer

Die 35-Jährige hat sich für Letzteres entschieden und sitzt seit 2011 für die CDU im Kommunalparlament von Groß-Zimmern.

Auslöser sich zu betätigen war die Frage von Christoph Glaser, ob sie sich vorstellen könne, auf der CDU-Liste zu kandidieren. Sie willigte ein und wurde auch gleich von den Wählern in der Liste nach oben kumuliert.

Luisa Held hat Bankkauffrau in einer Großbank gelernt. Seit sie aus der Elternzeit in den Beruf zurück gekehrt ist, arbeitet sie halbtags im Immobilienzentrum der Sparkasse in Dieburg. Verheiratet ist sie mit dem Physiotherapeuten Markus Held, die beiden haben einen siebenjährigen Sohn. Die Halbitalienerin ist in Groß-Zimmmern aufgewachsen und durch ihre Familie, die einen Getränkehandel betrieb, hier auch recht bekannt.

Die Familie ist ihr Hobby, dazu zählt sie allerdings die ganze Großfamilie deutscher Seite. „Ich bin in einem Vier-Generationenhaus aufgewachsen“, sagt sie und hält auch heute noch engen Kontakt zur Großmutter, zur Mutter und ihrem Bruder.

Einmal im Jahr fährt die Familie nach Italien, um den Kontakt zur italienischen Seite aufrecht zu erhalten.

„Als Neuling beobachte ich noch vieles. Mir ist es wichtig, dass wir die Gemeinde voranbringen. Es geht ja nicht um die Personen, die im Gemeindeparlament sitzen.“

Held fühlt sich in der CDU-Fraktion gut aufgehoben, auch wenn sie kein CDU-Mitglied ist. „Ich bin katholisch, glaube an Gott, und gehe in die Kirche. Die CDU-Fraktion ist ein gutes Team.“ Sie hat den Anspruch, dass politische Arbeit auch Spaß machen soll: „Es ist schließlich meine Freizeit, die ich im Parlament und beim Studium der Akten verbringe.“

Die junge Politikerin freut sich, dass es mit dem neuen Kindergarten voran geht, auch wenn er sehr viel Geld kostet. „Mütter müssen arbeiten gehen können. In vielen Bereichen hat man nicht die Möglichkeit, so wie ich, halbtags zu arbeiten. Schließlich haben viele Frauen heutzutage eine gute Ausbildung, die soll nicht umsonst gewesen sein“, sagt sie entschieden.

Auch wenn sie ihr Hauptaugenmerk auf das Soziale legt, sie sitzt für die CDU im Sozial-, Sport und Kulturausschuss, sind ihr alle Themen wichtig. „Wenn ich meine Hand hebe, hat das schließlich in allen Bereichen Folgen.“

Sie hätte sich aufgrund ihres Berufes aber auch vorstellen können, in den anderen Ausschüssen mitzuarbeiten.

Erstaunt war Held über das Ausmaß der Arbeit, die das Gemeindeparlament mit sich bringt. „Man ist schon gut ausgelastet. Es ist doch mehr Arbeit als ich gedacht habe.“

Einen Fraktionszwang kann sie sich nicht vorstellen. „Ich will Entscheidungen mit meinem Gewissen vereinbaren können und würde mich einem Fraktionszwang nicht beugen. Wer mich kennt, der weiß das auch.“ Einmal hat sie bereits nicht mit der Mehrheit die Hand gehoben, aber da war die Fraktion sowieso gespalten.

Ihre Entscheidung, zu kandidieren, bereut sie nicht. Zum hohen Zeitaufwand sagt sie: „Es ist eine Frage, wie man an die Sache herangeht und wie man sich organisiert.“ Luisa Held kann sich durchaus vorstellen, bei der nächsten Wahl noch einmal anzutreten.

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