Spannung am Wahlabend

Ergebnisse ließen auf sich warten

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Manfred Pentz und Patricia Lips feierten ausgelassen ihre Wahlsiege mit Freunden und Parteikollegen - beide Christdemokraten gewannen ihr Direktmandat für Land- und Bundestag.

Groß-Zimmern - Nicht nur für die FDP im Landtag war diese Wahl eine Zitterpartie bis zur Auszählung des letzten Wahlzettels. Auch für Manfred Pentz, CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 52, wurde es eine lange Nacht. Von Ursula Friedrich

Die Anspannung war ihm anzumerken, als er mit Parteifreunden und Unterstütztern der Auszählung der einzelnen Wahlbezirke harrte - es ging nur schleppend voran.

Die Tendenz: SPD-Kontrahend Oliver Schröbel (38) aus Groß-Umstadt lieferte sich mit dem 33-jährigen Christdemokraten aus Groß-Zimmern ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst in der Zielgraden, nach 23 Uhr, stand fest: Pentz würde das Direktmandat holen. 42,6 Prozent der Wählerstimmen im Wahlkreis entfielen letztlich auf den „Zimmerner Bub“, der bei der Wahlparty im Mediterrane wie ein Star gefeiert wurde. Bei den Groß-Zimmernern ist der erste Landtagsabgeordnete aus dem Ort offensichtlich besonders geschätzt. 47,4 Prozent der Stimmen konnte er hier insgesamt verzeichnen, in einigen Bezirken wie etwa Klein-Zimmern lag die Wählergunst für ihn sogar bei über 50 Prozent. Der zweitstimmenanteil für die CDU lag in Zimmern bei 40,2 Prozent.

„Ich bin dankbar und stolz, dass ich das Direktmandat selbst gezogen habe“, sagte Pentz noch am Wahlabend sichtlich erleichtert.

Die Anspannung während der langatmigen Auszählung der 97 Wahlbezirke war ihm anzumerken: „Politik ist wie Fußball, wenn man auf dem Spielfeld steht, will man auch gewinnen“, sagte der Christdemokrat.

Freunde und Parteikollegen feierten den Wahlsieg in Zimmern gleich doppelt. Unter die Feiernden mischte sich die CDU-Direktkandidatin für den Bundestag, Patricia Lips. Die Urberacherin hatte mit 46,9 Prozent im Wahlkreis 187 den SPD-Herausforderer Dr. Jens Zimmermann deutlich abgehängt. 46,9 Prozent der Zimmerner hatten sie gewählt, und die CDU bei der Bundestagswahl erhielt hier 40,6 Prozent der Stimmen.

„Ich bedanke mich bei meinem jungen Wahlhelferteam und bei meinen vielen Unterstützern,“ sagte Pentz strahlend. Auch die starke Wahlbeteilung von rund 76 Prozent (in Zimmern 73,9 Prozent) stimme ihn glücklich: „Jetzt steht hinter meinem Wahlergebnis eine starke Kraft. Schön, dass so viele junge Wähler kamen.“ Seinen Sieg macht er an mehreren Dingen fest, vor allem jedoch an seiner Überzeugungskraft, die Sorgen und Probleme der Menschen nach Wiesbaden zu tragen. „Die Leute haben gemerkt, dass ich mich in viele Themen intensiv eingearbeitet habe“, sagte der Familienvater, der seit 2006 im hessischen Landtag sitzt. Das Wählervertauen nehme er sehr ernst. „Ich werde für alle Wähler da sein.“ Auf die unklaren Mehrheitsverhältnisse dieser Landtagswahlen, die einer schwarz-gelben Koalition nach dem desaströsen Wahlergebnis für die Liberalen (5 Prozent) keine Mehrheit bringen würde, meinte Pentz: „Die CDU sollte bei der Regierungsbildung unter den demokratischen Parteien ausloten, was möglich ist.“ Ein Bündnis mit den Linken schließt er aus. SPD und Grüne könnten potentielle Koalitionspartner sein.

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