Erst die Arbeit...

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Arbeitseinsatz unterschiedlicher Generationen.

Groß-Zimmern (ula). „Wo ist der Hammer?“, ruft Stadtplaner Thomas Heinrich suchend. Bei so vielen Helfern kann schon einmal etwas verloren gehen. Rund 20 Arbeiter sind am frühen Samstag auf den Beinen, um die Rasenfläche der Adolph-Kolping-Anlage gründlich umzugestalten. Wo es noch grünt, sollen ein riesiges Schachbrett und ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel installiert werden.

Zentnerweise Schotter müssen per Schubkarren herbeischafft werden, denn die Anlage soll professionell gelingen und dauerhaft von Nutzen sein. Unter den mächtigen Baumkronen schaffen Vertreter aus vier Seniorengruppen, einer Pflegeeinrichtung, von der Kinder- und Jugendförderung, Vereinen und dem Mehrgenerationenhaus (MGH) eine Begegnungsstätte für Menschen der Gemeinde. Junge und Alte sollen hier spielen, kommunizieren, die Natur genießen – so die Idee.

Bisher ist die Anlage nur ein Durchgangspark“, erzählt Angelika Seidler vom MGH – aber damit soll es künftig vorbei sein.

Barfuß-Pfad und Gehirnjogging

Die zahlreichen unterschiedlichen Bäume sollen beschildert und kleine Parkführungen ermöglicht werden. Bänke zum Rasten, aber auch ein Fühl-Pfad für ein sinnliches Barfuß-Erlebnis stehen auf dem Plan des zweiten Bauabschnitts, der am 12. Juni ansteht.

Gehirnjogging, Flanieren, kommunizieren, kurzum „bei Sport und Spiel das Miteinander der Generationen fördern“, erläutert Seidler das Prinzip der Anlage.

Die Initialzündung für den Spielplatz im Grünen kam aus dem Mehrgenerationenhaus. Mit vielen engagierten Helfern im Boot und der Planung sowie Finanzierung über das Projekt „Soziale Stadt“ ist es machbar. Land, Bund und Kommune teilen sich dabei die Kosten für den „Ort der Begegnung“.

Richi ist der jüngste Helfer

Die Adolph-Kolping-Anlage wird beim Projekt „Soziale Stadt“ zum Ort der Begegnung umgerüstet.

Auf „rund 9 000 Euro“, beziffert Tobias Lauer von der Projektwerkstatt die Summe. Bereits der erste Arbeitseinsatz nach gut einjähriger Vorbereitungsphase steht ganz im Zeichen des Gründungsgedankens, alt und jung zu einen: Richi, sieben Jahre jung, ist jüngster Helfer und trotz Muskelkaters emsig mit seinem kleinen Schubkarren auf Tour. Gegen Mittag eilen die katholischen Pfadfinder zur Verstärkung herbei, die VdK-Aktiven organisieren schnell einen anderen Betonmischer. „Ohne Fleiß, kein Schweiß“, sagt Elfriede Burger vom TV Groß-Zimmern, die ihren 70. Geburtstag bereits vor einer Weile feierte und kräftig Schotter herankarrt.

Das ist schön, für Ältere muss etwas getan werden“, kommentiert Anwohnerin Nelly Held bei ihrem Morgenspaziergang. „Manche ältere Leute sitzen zu Hause und wissen nichts mit sich anzufangen“, meint sie.

Miteinander mit Leben füllen

Aber nicht alle Ideen aus dem Wunschkatalog für die Parkanlage konnten umgesetzt werden. Ein Café wird es wohl nicht geben und Boule muss man andernorts spielen. Durch das große ehrenamtliche Engagement wird jedoch mit relativ geringen Sachmitteln eine große Idee umgesetzt: Das Miteinander der unterschiedlichen Generationen mit Leben füllen.

Schach spielen kann ich nicht“, sagt Held. Aber für eine Partie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht wäre die Nachbarin zu haben. „Wenn du Mitspieler brauchst, rufst du mich an“, sagt Burger.

Bis zum „Jahrmarkt der Vereine“ soll die Anlage fertig sein und dann auch offiziell eingeweiht werden. Arbeitseinsatz unterschiedlicher Generationen: Die Adolph-Kolping-Anlage wird beim Projekt „Soziale Stadt“ zum Ort der Begegnung umgerüstet.

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