Erlös aus Neubaugebiet für Kindergarten

Erst Schlädchen, dann Friedhof

+
Wieder wird überlegt, ob die Erweiterungsfläche des Friedhofes zu Bauland werden soll (links unten)

Groß-Zimmern - Bürgermeister Achim Grimm teilte den Mitgliedern der Gemeindevertretung am Dienstag mit, dass der Bauantrag über den neuen Kindergarten auf dem Festplatz bei der Aufsichtsbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg eingereicht wurde. Von Gudrun Fritsch

Die Baugenehmigung könnte somit Ende September vorliegen. Weiterhin teilte Bürgermeister Grimm mit, dass der Landkreis Darmstadt-Dieburg seinen Bewilligungsbescheid zur Finanzierung der U 3-Betreuung zurückgezogen habe, weil das Land Hessen die Fördermittel um 70 Millionen Euro aufgestockt hat und es so zu einer Neuverteiltung der Mittel komme. Seit Ende August liege im Rathaus zudem der Zuwendungsbescheid seitens der „Sozialen Stadt“ für 2012 vor.

Zur Fortführung der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen wurden hier Zuwendungen in Höhe von 261 000 Euro bewilligt. Die Gemeinde beteiligt sich über die „Drittel-Förderung“ an den Kosten mit rund 89 000 Euro. Zur Finanzierung der geplanten Kita hatte der Gemeindevorstand die zu erwartenden Kosten und Einnahmen ermittelt, die sich für das Baugebiet „Im Schlädchen“ und die umwidmung der Friedhofserweiterungsfläche in Bauland ergeben.

Umwidmung der Friedhofserweiterungsfläche

Das Gremium favorisiert zunächst die Entwicklung, Planung und Umsetzung des Baugebietes „Im Schlädchen“. Die Umwidmung der Friedhofserweiterungsfläche sollte erst nach Abschluss dieses Baugebietes vorgenommen werden.

Im Planungs- und Umweltausschuss hatte in der vergangenen Woche eine klare Mehrheit aus CDU und SPD dafür gestimmt, die Entwicklung, Planung und Umsetzung des Baugebietes „Im Schlädchen“ und die Umwidmung der Friedhofserweiterungsfläche gleichzeitig zu betreiben.

Diese unterschiedlichen Empfehlungen sorgten im Parlament kurzzeitig für Verwirrung, zumal der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Hader auch noch einen zusätzlichen Antrag auf „geteilte Abstimmung“ stellte. Um zu klären, wofür man nun eigentlich die Hand heben sollte: Schlädchen, Friedhofserweiterung, beides auf einmal oder den Ergänzungsantrag, bat Christof Glaser (CDU) um eine Sitzungsunterbrechung.

Das „Schlädchen“ an der Darmstädter Straße, zwischen Schillerstraße und Ziegelei (links unten im Bild) , soll vorrangig erschlossen werden.

Nachdem der heftige Regen dann wohl alle Unklarheiten weg- und Wasser ins Büro des Bürgermeisters gespült hatte, wurde (wiederum mit der Mehrheit aus CDU und SPD, gegen die Stimmen von FFA und Grünen bei drei Enthaltungen) beschlossen, dem Antrag des Gemeindevorstandes nachzukommen.

Neue Erkenntnisse gebe es zwar nicht, erläuterte Bürgermeister Grimm auf Nachfrage von Hader. Hinsichtlich des zeitlichen Ablaufes sei die Umwandlung der „Friedhofserweiterung“ einfacher, da die Gemeinde Eigentümer ist, während beim „Schlädchen“ mit vielen gesprochen werden müsste.

Allerdings würde mit der Erschließung des großen Areals an der Darmstädter Straße auch die Lücke zwischen Siedlungsgrenze und Ziegeleigelände mit seiner Insellage geschlossen. Die war in früheren Diskussionen vor allem für SPD und Grüne ein Grund, die Pläne des Projektentwicker-Duos Aumann und Früchtenicht abzulehnen.

Auf erste, vorsichtige Anfragen am Rande der Sitzung im Planungsausschuss am Donnerstag, ob sie auch an diesem Baugebiet interessiert wären, reagierten die jungen Projektentwickler geschmeichelt, erfreut und alles andere als abweisend.

Kommentare