Junge Christen feiern nach getaner Arbeit ein großes Fest

Essen, spielen und Parkbänke streichen

Treffen den Nagel auf den Kopf: Pfadfinder beschreiben und testen alte Spiele.   J Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - 2 880 Stunden im Einsatz für den guten Zweck. Dies ist die Bilanz der 72-Stunden-Aktion, an der sich zwei Gruppen mit jeweils 20 jungen Katholiken beteiligten. Von Ursula Friedrich

Am Sonntag präsentierten Pfadfinder und KJG die Resultate des dreitägigen Bemühens junger Christen – das bundesweit Hunderttausende mobilisierte, um bei kulturellen, sozialen, politischen oder ökologischen Projekten solidarisch anzupacken.

„Die Tage waren lang, die Nächte sehr kurz“, berichteten ein paar müde Jugendliche, die am Sonntag bis in die frühen Morgenstunden am historischen „Zimmerner Kochbuch“ feilten.

„Uns schickt der Himmel“, am himmlischen T-Shirt waren die Teilnehmer der 72-Stunden-Aktion unter den Feiernden in der Grünen Mitte leicht auszumachen.

72 alte Zimmerner Rezepte wurden in der einzigartigen Sammlung der KJG erfasst. „Schlackeheiser Grindkopp“, Krimmelkuche und Stampes mit Zwiwwelsoß, Qwelde mit Worscht oder Schorschs Keesekuchen“ sind auf diese Weise für junge Generationen überliefert. „Beim noochkoche winsch isch veel Spaß und beim esse alleridd Abberdidd“, sagte Projektpate Thomas Beutel, dem in der anschließenden Versteigerung dreier Kochbücher eine Schlüsselrolle zuteil wurde.

Drei Exemplare des Kochbuchs wurden mit seiner Präsenz versteigtert – der Erlös soll den Flutopfern zu gute kommen.

Während ein Teil der Besucher noch die alten Zimm’ner Gerichte verkostete – etliche Leckereien waren zum Abschlussfest zubereitet worden – wurde vis à vis an Skulpturen gewerkelt und gespielt. „Zimmn’er Gickelschmiss, Bickelches“ (Murmeln), Tauziehen und Apfeltauchen sind lokale Freizeitaktivitäten, die vor 1972 gespielt wurden. Die Pfadfinder sammelten die Spiele, boten sie zum Abschlussfest an und hatte im zweiten Teil ihrer Aufgabe auch Bänke in der grünen Mitte auf Vordermann gebracht. 24 Sitzbänke wurden abgeschmirgelt, gestrichen und von Projektpate Tom Hicking Probe gesessen. Eine starke Leistung, lobte Astrid Geiß, Koordinatorin von Zimmern glänzt, für die diese Sozialaktion „Wasser auf den Mühlen“ war. „Es ist toll, wie sich Kinder und Jugendliche um ihre Gemeinde verdient machen – da müssen die Erwachsenen jetzt echt aufholen“, so Geiß. Die sozialen Aufgaben, was die jungen Christen in Groß-Zimmern in 72 Stunden leisten sollten, hatte allerdings nicht die Jugend selbst ersonnen. Der Koordinierungskreis Dieburg-Erbach gab die Aufgaben zum Auftakt der Aktion bekannt.

Bundesweit haben über 175 000 junger Christen angepackt, um soziale, ökologische oder interkulturelle Aufgaben zu stemmen und so auch ein deutliches Zeichen für Solidarität zu setzen, insgesamt 270 Aktionsgruppen waren in Hessen mit rund 10 000 Teilnehmern dabei.

Jugendpfarrer Markus Konrad nahm in Frankfurt beim Hessischen Rundfunk Musikwünsche der Zimmerner Aktionsgruppen entgegen. Er unterstützte auch eine Dieburger Gruppe im Vorfeld eines Radiointerviews mit Bärbel Schäfer am Sonntag.

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