Adina Reichert ist die neue "FSJ-lerin" bei den evangelischen Kirche

In den Dienst der Gemeinde gestellt

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Am Sonntag wurde Adina Reichert der Kirchengemeinde offiziell vorgestellt.

Groß-Zimmern - Vom Pauken hat Adina Reichert erst einmal genug. Und außerdem weiß sie noch gar nicht, was sie später beruflich machen möchte. Von Corinna Hiss 

Daher hat sich die 18-Jährige für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der evangelischen Kirchengemeinde in Groß-Zimmern entschieden. Am Sonntag wurde die gebürtige Dieburgerin, die an der Alfred-Delp-Schule ihr Abitur gemacht hat, den Gemeindemitgliedern offiziell als die neue „FSJ-lerin“ vorgestellt.

„Ich freue mich auf die vielen Aufgaben, die auf mich zukommen“, erzählt sie. Viel Zeit verbringt Adina Reichert im Moment im Pfarrbüro und an der Seite vom Pfarrer, um die Abläufe und Gruppen der Gemeinde kennenzulernen. Fest steht bereits jetzt, dass sie mit den neuen Konfirmanden zusammenarbeiten wird und auch die Konfifreizeit mit Anregungen aktiv mitgestaltet.

Dass die Dieburgerin die Kirche als Platz für ihr Freiwilliges Soziales Jahr gewählt hat, ist kein Zufall: Der Glaube gehörte schon immer zu ihrem Leben dazu und begleitet sie auch im Alltag. Und da bei ihrer Heimatgemeinde in Dieburg eine FSJ-Stelle nicht angeboten wird, entschied sie sich kurzerhand für die Nachbargemeinde. „Ich bleibe Dieburg aber weiterhin treu“, sagt sie lachend.

Raus aus dem Lernen und rein ins Leben

Vielleicht kann sich die 18-Jährige vorstellen, nach dem FSJ soziale Arbeit zu studieren. Vielleicht will sie aber auch eine Ausbildung zu Ergotherapeutin machen. „Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht und deshalb bin ich erstmal hier“, gibt sie zu. Raus aus dem Lernen und rein ins Leben – das ist momentan ihre Devise. „Soziales Engagement und Menschenkenntnis sollten in unserer Gesellschaft nicht verloren gehen“, findet Adina Reichert.

Im Moment hilft sie mit bei den Vorbereitungen zum Bibelerlebnistag am 11. Oktober. Auch die Ferienspiele im Herbst stehen auf der Agenda. „Das Soziale Jahr ist schon ein Fulltime-Job, aber er füllt mich aus“, sagt sie. Der Glaube an Gott ist auch nach der Arbeit für die junge Frau präsent. In der Dieburger Kirchengemeinde spielt sie in der Jugendband und engagiert sich dort in der Kinder- und Jugendarbeit. Ihre große Leidenschaft Reiten kommt dabei aber dennoch nicht zu kurz. Ihre Freizeit nach dem Abitur nutzte sie für eine Deutschland-Rundreise mit ihrer Freundin und war beim bilateralen Lions Camp im Dieburger Schlossgarten dabei, bei dem Jugendliche aus Deutschland und Estland gemeinsam ein Sandsteinrelief geschaffen hatten.

Ökumene wird gelebt

Adinas Mutter ist evangelisch, ihr Vater katholisch – bei den Reicherts wird Ökumene also gelebt. Obwohl Adina selbst evangelisch getauft ist, ist ihr die katholische Messe nicht fremd. „Klar gibt es Unterschiede, aber wir beten doch dasselbe Vaterunser“, findet sie. Besonders freut sie sich auf die Arbeit mit den Konfirmanden, denn sie ist sich sicher: „Wenn man den Jugendlichen zeigt, dass man sie erst nimmt und wie vielseitig Gemeindearbeit ist, dann bleibt vom Konfirmandenunterricht auch was hängen.“

An der Alfred-Delp-Schule hatte die Dieburgerin neben Französisch auch das Fach evangelische Religion als Leistungskurs, Theologie studieren würde die 18-Jährige jedoch nie. „Ich möchte den Glauben, den ich habe, nicht durch zu kritische Betrachtung zerstören“, sagt sie und betont, wie oft sie Gott bereits im Alltag erfahren durfte: „Der Glaube gibt mir das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden. Da ist jemand, der mir den Rücken stärkt und mich auffängt.“

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