An der Alten Ziegelei wachsen die ersten Häuser / Denkmalschutz besteht auf Erhalt und freie Sicht auf Kunstwerke

Fabrikfassade wird komplett abgetragen

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Das verschmutzte Erdreich unter der Fassade muss weg. Hierfür soll die Mauer Stein für Stein abgetragen werden.

Groß-Zimmern (guf) - „Der Boden unter dem alten Fabrikgebäude ist durch die früher angrenzende Betriebstankstelle verschmutzt“, berichtet Projektentwickler Harald Früchtenicht dem LA. Folglich muss das Erdreich abgetragen und auf der Deponie in Büttelborn entsorgt werden.

Von dem Haus steht zur Zeit nur noch die denkmalgeschützte Fassade. Die muss nun Stein für Stein abgetragen, zwischengelagert und als Frontansicht - eventuell in einen neuen Baukörper integriert - wieder aufgebaut werden.

Um den Erhalt der Klinkerfassade mit den beiden Reliefs des Darmstädter Bildhauers Well Habicht zu dokumentieren, muss ein geeignetes Fachunternehmen ans Werk. „Die Leiterin der Denkmalschutzbehörde, Liane Mannhardt, hat dem Projektentwickler das Angebot eines Unternehmens weitergeleitet. Aber wir haben noch keine Antwort erhalten“, berichtet Kreispressesprecher Frank Horneff.

Während das ursprünglich geplante Seniorenwohnen an der Alten Ziegelei verworfen wurde bestehe weiterhin große Nachfrage nach Wohnbauland, so Früchtenicht. So kamen elf weitere Wohnbauplätze hinzu. Allerdings muss nach Auflage des Denkmalschutzes eine Sichtachse freigehalten werden, damit die Fassade von der Landesstraße aus zu sehen ist.

Inzwischen ist die Straßenführung auf dem 35.000 Quadratmeter großen Gelände deutlich erkennbar. Lastwagen transportieren Baustoffe, die ersten zwei Häuser sind bereits bis zum Obergeschoss hochgezogen, die Erschließungsarbeiten weitgehend abgeschlossen.

Am Dienstag wird in der Gemeindevertretung unter anderem über dieses Thema abgestimmt. Heute tagt der Haupt- und Finanzausschuss.

Auf der Tagesordnung stehen neben dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung und dem „Integrierten Handlungskonzept“ Soziale Stadt auch die Erhöhung der Hebesätze für die Grundsteuer A, B und die Gewerbesteuer.

Die Sitzungen im Rathaus beginnen im 19.30 Uhr.

Am Montag war die Änderung des Bebauungsplanes ein weiteres mal Thema im Planungs- und Umweltausschuss (PU). Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt hat angeregt, bei der Festsetzung des Plans zu ergänzen, dass durch geeignete bauliche Maßnahmen das Abbiegen vom und das Einbiegen in den parallel zur Darmstädter Straße (L 3115) verlaufenden Rad- und Gehweg nur für Radfahrer und Fußgänger möglich sein soll. An einem der vorderen Bauplätze soll der Abstand zur Straße von zehn auf neun Meter reduziert werden.

Eigentlich waren diese Themen für die Mitglieder des PU nicht strittig. Allerdings stimmten einige PU-Mitglieder gegen den Plan oder enthielten sich, da sie in erster Linie mit dem verkürzten Verfahren nicht einverstanden sind.

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