Fachwissen aus der Kräuterküche

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Nicht nur für Kaninchen ein Leckerbissen: Luisa muffelte beim Wildkräuterkurs in der Waldschule begeistert den Sauerklee.

Groß-Zimmern - Mutter Natur bittet zu Tisch. Was Hobbygärtner als Unkraut verfluchen und mit Stiel und Stumpf ausreißen, wanderte in der Frühlingsküche der Waldschule in Quark, Suppe und aufs Butterbrot. Von Ursula Friedrich

Unter Anleitung von Kräuterfrau und Naturpädagogin Cornelia Biedenkapp hatten die 14 Teilnehmer des Kurses jede Menge Wildkäuter gerupft. „Der Klee schmeckt lecker“, erklärte die Jüngste im Bunde. Luisa (5) muffelte den Sauerklee wie ein kleines Kaninchen, während die Älteren Spitzwegerich, Brennessel, Schafgarbe, Giersch, Löwenzahn, Miere und mehr für weitere Speisen und Tinkturen in der Küche säuberlich verarbeiteten.

Ohne Respekt vor den Blüten von Gänseblümchen und Löwenzahn vertilgten die Kräuterkundler im ersten Menügang die zarten Knospen auf dem Butterbrot. Auch Buchen- und Birkenblätter wurden so verspeist – ein Vitamincocktail, wie Biedenkapp versicherte. „Zu dieser Jahreszeit enthalten Wildkräuter viele Bitterstoffe, Mineralien und Vitamine.“ Ein Vielfaches der domestizierten und meist im Gewächshaus gediehenen Kräuter, die es zunehmend im Handel gibt. Daneben wurden heilende Tinkturen aufgegossen, die gegen unterschiedlichste Leiden wie etwa Heuschnupfen helfen sollen. Wer sich beim beliebten Wildkräuterkurs Fachwissen aneignete, kann nun mit Schere und Körbchen im reichen Garten von Mutter Natur ernten – auf Wiesen, am Wegesrand oder im Wald. Wissen, das in dieser modernen Gesellschaft verblasst, wird in den fachspezifischen Kursen der Waldschule bewahrt und an junge Menschen weitergegeben. „Das kann man alles essen!“, weiß nun auch Luisa, der es richtig gut schmeckte.

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