Groß-Zimmerner Georgs-Pfadfinder auf der Suche nach besinnlichen Momenten bei der Waldweihnacht an der Birkenruhe.

Mit Fahne und Fackel im Forst

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Die Waldweihnacht der St. Georgs-Pfadfinder klang an der Birkenruhe mit einem Lagerfeuer und einem gemütlichen Beisammensein aus.

Groß-Zimmern (mj) ‐ Wer am Samstag Abend rund zwei Dutzend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch den Groß-Zimmerner Gemeindewald streifen sah, erlebte die St. Georgs-Pfadfinder (DPSG) nicht auf Abenteuerwegen. Vielmehr suchte die Gruppe nach Einbruch der Dunkelheit bei ihrer Waldweihnacht eher die besinnlichen Momente.

Mit Fahnen und Fackeln wurde die nicht geringe Zahl von zwölf Stationen abgelaufen. „In der Stille und der Dunkelheit des Waldes lässt sich gut nachdenken. Neben der Konzentration auf den Weg hat man Zeit, sich auf die gegebenen Impulse einzulassen“, sagt Felix Solbach vom Pfandfinder-Vorstand.

Gleich zu Beginn galt es herauszufinden, wo der Begriff Advent herkommt und was er im eigentlichen Sinne bedeutet. Dabei wurden Info-Blätter verteilt um eine nachhaltige Einbindung aller Teilnehmer zu gewährleisten.

Im weiteren Verlauf rückten jene Heiligen der katholischen Kirche in den Mittelpunkt, deren Ehrentage in die Adventszeit fallen.

Dazu zählen unter anderem die heilige Barbara (4. Dezember), die heilige Lucia (13. Dezember) oder der allseits bekannte heilige Nikolaus von Myra (6. Dezember).

„Über die heilige Lucia wusste ich vorher auch nicht so viel“ führt Solbach an und erklärt, dass sie als die Heilige des Lichts gilt. Der Name rühre daher, dass sie während der Christenverfolgung den Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Um beide Hände zum Tragen der Speisen frei zu haben setzte sie sich in der Dunkelheit einen Lichterkranz aufs Haupt.

Zu ihrem Gedenken schritten die Pfadfinder eine Weile im Dunkeln und zündeten erst nach und nach wieder die Lichter an. Eine tiefe innere Einkehr wurde mit der heiligen Barbara verbunden, die als Märtyrerin starb: Auf ihr Leben blickend sollte sich jeder Gedanken machen, wie er zu seinem Glauben kam und wie er heute dazu steht. Laut Solbach bereiteten die jugendlichen DPSG-Mitglieder die Inhalte der Waldweihnacht selbst vor. Dabei rückte die Frage in den Mittelpunkt, was man selbst noch nicht weiß und wie es gelingen könnte, das Gelernte im Anschluss anderen nachhaltig zu vermitteln.

„Dem ,learning by doing` beziehungsweise dem praxisorientierten Lernen kam bei den Pfadfindern schon immer eine große Beudeutung zu“, so der 27-Jährige. Einen weiteren wichtigen Grundpfeiler der Jugendarbeit sieht er darin, stets einen aktuellen oder auch politischen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Bei der diesjährigen Waldweihnacht thematisierte man den jüngsten Diskurs zu den Ladenöffnungszeiten an den Adventssonntagen. Dabei sprachen sich die Pfadfinder dafür aus, dass der Sonntag - ob man nun religiös sei oder nicht - ein Tag für die Familie oder das Private bleiben sollte. „Die Nachfrage bestimmt das Geschäft. Wenn keiner hingeht bleiben die Läden an Sonntagen von alleine zu“, lautete ein einfacher Lösungsvorschlag.

Die Waldweihnacht fand an der Birkenruhe ihren Abschluss, wo die Teilnehmer mit heißen Getränken versorgt wurden. Zum Wärmen wurde zudem ein Lagerfeuer entzündet. Am Sonntag waren die Pfadfinder gleich wieder im Einsatz: Im Mainzer Dom holten sie das in Bethlehem entzündete „Friedenslicht“ ab und brachten es nach Groß-Zimmern.

Beim abendlichen Gottesdienst konnten dann alle Gäubigen ihr ganz persönliches Friedenslicht entzünden.

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