„Fahrstunde“ mit 86 Jahren

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Eine Fahrauffrischung genehmigt sich Richard Geißel. Im blitzenden Auto von Fahrlehrerin Dagmar Seipel-Baumgärtner will der Senior eine Runde um Groß-Zimmern drehen.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Frohgemut steigt Richard Geißel in den glänzend roten Audi. Der 86-jährige nimmt heute eine Fahrstunde bei Dagmar Seipel-Baumgärtner. Im Rahmen des Projektes „Senioren und Verkehr“, dass das Mehrgenerationenhaus (MGH) zusammen mit der Verkehrswacht Dieburg durchführt, ist die Fahrauffrischung für Senioren die dritte und vorläufig letzte Einheit.

Geißler ist ein sicherer Fahrer. „Natürlich fahre ich noch“, antwortet er auf die Frage, ob er noch ein Auto hat. Fahrlehrerin Seipel-Baumgärtner attestiert nach der halbstündigen Fahrt: „Herrn Geißel kann ich guten Gewissens noch auf die Menschheit loslassen“. „Es geht nicht darum, Senioren ihren Führerschein weg zu nehmen“, erklärt Oberkommissar Ralf Drexelius von der Verkehrswacht Dieburg. Falls sich Defizite bei der Probefahrt ergeben, sollen diese behoben werden. Vor dem Fahrunterricht mit dem Kraftfahrzeug gab es im vergangenen Jahr regelmäßige Treffen mit Zimmerner Seniorengruppen. Dabei waren der VdK, die evangelischen Ruheständler, die evangelische Frauenarbeit und die katholische Seniorengruppe.

Bedenkliche Situationen zur Hauptverkehrszeit

Nach der Theorie ging es an die praktische Umsetzung. Die VdK-Frauen und die Ruheständler machten in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag mit Oberkommissar Drexelius und Angelika Seidler vom MGH eine Tour auf dem Fahrrad.

Selbst bei geübten Fahrradfahrern kam es hier mitunter zu bedenklichen Situationen“, erinnert sich Drexelius, „nicht wegen Unfähigkeit der Fahrer, sondern wegen eingeschliffener Verhaltensweisen“.

Hinweis auf typische Gefahrenorte

Später ging eine Gruppe von Anwohnern zusammen mit Bewohnern aus dem Pflegeheim, die noch öfters mit Rollator oder Gehstock in Groß-Zimmern unterwegs sind, mit Drexelius zu Fuß durch den Ort. Der Oberkommissar wies die Senioren auf innerörtliche Gefahrenpunkte hin. Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen nicht nur im MGH in Zimmern bleiben. Seidler will die Erfahrungen aufschreiben, auch die 23 anderen Kommunen im Landkreis sollen von dem Projekt profitieren.

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