Farben und Ver(sch)wendung

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Begeistert von der quirligen Sufi-Figur, die in der Kreativwerkstatt entstand, sind (von links) Elke C. Silvia, Marie und Christian Biewer .

Groß-Zimmern (bea) ‐ 21 Künstlerinnen haben am Wochenende ihre Arbeiten im Glöckelchen ausgestellt und die Werke hätten unterschiedlicher nicht sein können. „Farb/ver/sch/wendung“ ein beziehungs- und interpretationsreicher Titel machte neugierig.

Rund 150 Ausstellungsbesucher kamen bereits am Freitagabend zur Vernissage. Die Begrüßungsreden hielten Manfred Göbel und Ursula Burgdorf, die Leiterin der Kreativwerkstatt, in der die Werke entstanden sind.

Ihre Ideen und Gedanken zum Thema Kreativität teilten die Künstlerinnen, die nicht nur aus Groß-Zimmern, sondern aus dem halben Landkreis kommen, den Ausstellungsbesuchern anstelle einer Laudatio mit.

Wiederbelebte Kreativkraft aus der Werkstatt

Wir wollten verhindern, dass jemand über uns spricht, der uns und unsere Arbeiten gar nicht kennt“, so die Begründung für diese ungewöhnliche Würdigung.

Am Samstag war es dann ein wenig leerer im oberen Saal des Glöckelchens, es blieb Raum, um die Werke in Ruhe zu betrachten und auch für ein Gespräch mit den Kunstschaffenden. Elke C. macht seit sechs Jahren in der Kreativwerkstatt mit. Einige Collagen hat sie hergestellt, aber auch Nistkästen künstlerisch bearbeitet oder Stühle verziert. Auch Marion Johannsen ist seit sechs Jahren dabei: „Ich war der Meinung, ich hätte meine Kreativität verloren, aber Ursula Burgdorf hat mich vom Gegenteil überzeugt“. Annette Krause-Raulf arbeitet viel mit Holz und sagt: „Vier Jahre habe ich gebraucht, um den Schritt in die Kunstwerkstatt zu wagen“.

Muschelpuppen und Meerjungfrauen im Aquarium

Von den Möglichkeiten, in der Kreativwerkstatt künstlerisch produktiv zu sein, schwärmt Helga Vogel: „Ich kann mit vielen Materialien arbeiten und bin dabei ganz frei. Ursula Burgdorf zeigt mir bei den Gruppenabenden Möglichkeiten und bietet Unterstützung an“. Und so sind ganz unterschiedliche Werke entstanden. Vor einer kleinen Stofffigur bleiben viele Ausstellungsbesucher stehen. Der kleine Sufi ist auf einem alten Plattenspieler befestigt und dreht sich wie die lebenden Vorbilder unermüdlich im Kreis. Es gibt zahlreiche Gemälde zu sehen, teils in leuchtend bunten Farben, aber auch grafisch nüchtern. Eine Schneiderpuppe ist mit Muscheln bekleidet, eine weitere hat ein Mosaikgewand angelegt. Auch ein großes Gemeinschaftswerk gibt es zu sehen: in einem stilisierten Aquarium schwimmen neben kleinen Fischen auch etliche Meerjungfrauen.

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