Defibrillator und Druckverband

Ferienspiele: Kinder erhalten Einblicke in Erste Hilfe

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Im richtigen Takt: Die Ferienspielkinder durften an Puppen auch die Herzmassage üben.

Groß-Zimmern - Zimmerns Kinder zwischen Defibrillator und Herzmassagen. Das war in der zweiten Woche der Osterferienspiele der Kinder- und Jugendförderung angesagt. Das Thema in der vergangenen Woche: Erste Hilfe. Von Ulrike Bernauer 

Jugendpfleger Tom Hicking freute sich, dass die Kinder schon eine Menge über das Thema wissen. Die Vorkenntnisse abfragen, war neben den Kennenlernspielen die erste Lektion. Danach ging es im Jugendzentrum aber gleich zur Sache: Pflaster aufkleben oder Druckverbände anlegen, wurde geübt. Aber auch den Inhalt eines Verbandskastens hat sich Hicking mit den Kindern angeschaut und ihnen erklärt, wofür man die einzelnen Gegenstände benötigt.

Am Dienstag beschäftigten sich die Kinder mit den Vitalfunktionen eines Erwachsenen. Ganz besonderes Interesse rief dabei der Defibrillator hervor. Ein Übungsgerät haben Mark Czerny und Gero Sterzik, Rettungssanitäter bei der Feuerwehr Groß-Zimmern, mitgebracht. Auch Kinder können einen Defibrillator bedienen, so die Überzeugung von Czerny und Sterzik. Falsch machen könnten sie nichts und Menschen, die möglichst frühzeitig mit einem Defibrillator und dann einer Herzmassage behandelt wurden, hätten erheblich bessere Heilungschancen.

Gebannt schauten und hörten die Kinder zu, der Defibrillator gibt nämlich auch Anweisungen, wie man ihn zu bedienen hat. Das Gerät gibt nur den Stromimpuls, wenn es feststellt, dass die Herzschläge des Patienten aus dem Takt geraten sind und die Stromstöße auch tatsächlich etwas Positives bewirken können. Sterzik schärft den Kindern auch ein, dass sie schnell den Notruf – die Nummer haben sie im Verlauf der Ferienspiele schon gelernt – rufen müssen, damit dann der Notarzt möglichst schnell kommt. Defibrillatoren gibt es in Groß-Zimmern im Rathaus, in der Mehrzweckhalle und im Feuerwehrgerätehaus. Demnächst wird auch das Jugendzentrum mit dem lebensrettenden Gerät ausgestattet. Die Herzmassage wurde dann von den Kindern eifrig geübt, Czerny und Sterzik haben einige Übungspuppen mitgebracht.

Während die einen massierten, war eine andere Gruppe der Ferienspielkinder zur gleichen Zeit im Feuerwehrhaus. Hier erfuhren sie, wie man einen Notruf korrekt absetzt. Wer meldet einen Notruf, wo ist die Unglücksstelle und was ist passiert, will nicht nur die Feuerwehr, sondern auch der Rettungsdienst wissen. Noch besser ist es, wenn der Anrufer auch noch mitteilen kann, wie viele Verletzte es gibt und welche Verletzungen sie haben.

Beim anschließenden Rundgang durch das Feuerwehrhaus hatten die Kinder viele Fragen. „Wie viel kostet ein Feuerwehrfahrzeug?“, wollten sie wissen. „330.000 Euro hat die Gemeinde für das Löschgruppenfahrzeug bezahlt“, erklärte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Marcus Paschke. Billiger gab es das Tanklöschfahrzeug, das habe nur 250.000 Euro gekostet. Paschke zeigte auch die Ausrüstung der einzelnen Feuerwehrleute und was alles an Schutzkleidung dazu gehört. Auch hier sind die Kosten erheblich, Hose und Jacke, Stiefel und Helm sowie ein Rettungsgurt kosten pro Outfit über 2000 Euro.

600 Kinder feiern Ende der Ferienspiele

Die Kinder waren beeindruckt und die Blicke hingen konzentriert an Paschkes Lippen. Sandra Paschke, sie ist eine junge Feuerwehrfrau, unterstützte ihren Vater. Den Kindern wurde auch noch ein Film vorgeführt, den die Feuerwehr gedreht hat. Hier konnten die Ferienkinder mitverfolgen, was im Hintergrund alles passiert, wenn jemand einen Notruf absetzt. Zusätzlich wurde noch der Unterschied zwischen einer Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr erklärt: Berufsfeuerwehren gibt es ausschließlich in größeren Städten, im gesamten Landkreis gibt es nur Freiwillige Feuerwehren.

Damit war es aber für die Nachwuchs-Retter noch nicht genug mit der Ersten Hilfe. Am Mittwoch und Donnerstag kam ein Rettungswagen, den die Kinder auch inspizieren konnten. Die Leitstelle in Dieburg, wo die Notrufe eingehen, wurde besucht. Am Donnerstag kam zum krönenden Abschluss der Ferienspiele sogar noch die Hundestaffel bei den Kindern, die nun Experten in Sachen Erste Hilfe sind, vorbei.

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