Ferienspiele

Umweltdetektive setzen klare Zeichen

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Nicht schlecht staunten die Kinder, als sie sahen, wieviel Leben in einem Kubikmeter Erde steckt.

Groß-Zimmern - 39 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, denen kein Müllhäuflein verborgen bleibt. Eigentlich sind es „nur“ Ferienspielkinder, die sich unter dem Motto Natur und Umwelt eine Woche lang täglich im Jugendzentrum versammeln. Von Ursula Friedrich

Mit vielen Aktionen, Spiel und Spaß werden die Sinne geschärft und Umweltpädagogik wird pragmatisch umgesetzt. Tatort Gersprenz: Unter dem Elektronenmikroskop kommt zu Tage, wie verschmutzt das heimische Fließgewässer ist.

Auch ein Ausflug durch die Gemeinde gibt bei diesen akribischen Spaziergängern Aufschluss über den Verschmutzungsgrad. Vorsicht, die Umweltdetektive sind aktiv!Diese Aktionswoche wird zudem Nachhaltigkeit besitzen. Nicht nur, dass die Kinder in Sachen Natur und Umwelt fitter und verantwortungsbewusster als so mancher erwachsene Zeitgenosse sein werden.

Kribbeliger, aber sehr naturfreundlicher Regenwurm.

Sie tragen mit ihrem Engagement zum Thema Sauberkeit in Groß-Zimmern bei.So entstanden in der Bastelwerkstatt tolle Exponate aus dem Inhalt eines gelben Sacks. Der recyclebare Kunststoffmüll wurde sorgfältig gespült.„Das ist ein Kreuzfahrtschiff“ stellten zwei Konstrukteure ein mächtiges Werk vor, visavis entstand ein Müll-Pokal, der jedoch auch als vierstöckige Torte zweckentfremdet werden könnte.

„Chefsache“

Alle Exponate werden im Umweltmüllmuseum zu sehen sein, das anlässlich der Aktion „Ortskern kreativ“ (zuvor: Ab in die Mitte) ab Freitag, 11. August, in der Jahnstraße eröffnet wird.

Die Müllkartierung der Gemeinde wurde nicht etwa an ein externes Fachbüro vergeben. Die Umweltdetektive machten das Thema zur „Chefsache“ und dokumentierten mit Fotografien, wo die Gemeinde am stärksten vermüllt ist. „Gibt es Müllbrennpunkte?“ fragte Astrid Geiß, die sich von den Resultaten der Kartierung auch eine Initialzündung in der Verwaltung erhofft: Der Einsatz des freiwilligen Polizeidiensts an Brennpunkten könnte dienlich sein. Astrid Geiß, vierfache Mutter, ist ein „Hans Dampf in allen Gassen“, wenn es um das Engagement für Kinder, Schule, Umwelt in Groß-Zimmern geht. Ob als Elternbeiratsvorsitzende der Schule im Angelgarten, als Helferin bei den Ferienspielen oder am Bürgertisch – einer Initiative des Projektwerkstatt „Soziale Stadt“, die Bürgerengagement fördert.

Netzwerk schaffen

Am runden Tisch liefen die Fäden zum Thema Sauberkeit in Groß-Zimmern dann auch zusammen. „Es wird bereits viel getan“, so Geiß, ob nun der Angelsportverein die Gersprenz entmüllt, Kindergärten mit Aktionen für das Thema sensibilisieren, Schulen und Vereine aktiv werden. Nun gehe es darum, ein Netzwerk zu schaffen. Ein Forum dafür bietet die Aktion „Ortskern kreativ“, die vom Verein „Bel(i)ebt Groß-Zimmern“ sowie der Projektwerkstatt mit Unterstützung der Kommune im August veranstaltet wird, um das Herzstück der Gemeinde mit Leben zu füllen. Das hier geplante Müllmuseum im alten Schleckermarkt soll, so der Wunsch von Geiß, auch über die Aktionswoche „Ortskern kreativ“ hinaus Bestand haben.

Die Ferienspielkinder - alias Umweltdetektive - arbeiteten außerdem daran, der Sauberkeitskampagne ein „Gesicht“ zu geben. Sie ließen sich inspirieren, um mit einem Logo-Entwurf und einem pfiffigen Slogan für ein sauberes Zimmern beim Wettbewerb des Bürgertischs vielleicht gar den Hauptpreis zu gewinnen.

Die erlebnisreiche Woche für die Ferienkinder wurde mit einem Waldbesuch (Thema: Holzressourcen, Papierrecycling) abgerundet. Auf Entdeckungsreise gingen die Kinder außerdem mit Schippen, Becherlupen und bloßen Händen. „Ich wette, dass in diesem Kubikmeter Erde mehr Tiere leben, als Menschen in Groß-Zimmern“, forderte Jugendpfleger Tom Hicking die Naturforscher heraus. Tatsächlich kam beim buddeln jede Menge zu Tage: Regenwürmer, Larven, verschiedenfarbige Ameisen – und leider auch Müll.

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