Nachfrage übersteigt die der Vorjahre

Ferienspiele der Gemeinde unter dem Motto „Kultur pur“

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Den Durchblick behalten mussten am Mittwoch jene Mädchen, die sich unter Anleitung Mäppchen nähten.

Groß-Zimmern - Malen, nähen und Futterhäuschen bauen – unter dem Motto „Kultur pur“ verbringen 31 Kinder die letzte schulfreie Woche bei den Ferienspielen. Doch es steht bei weitem nicht nur Handarbeit steht auf dem Programm. Von Jens Dörr 

Sich Ferienspiele als Angebot einer familienfreundlichen Gemeinde auf die Fahne zu schreiben und Erziehungsberechtigte zumindest an einigen Tagen zu entlasten, gehört in den meisten Kommunen längst zum guten Ton. In Groß-Zimmern nimmt die Kinder- und Jugendförderung der Gemeinde im Vergleich mit ähnlich großen Orten aber tatsächlich einen ausgeprägten Stellenwert ein. So sind Ferienspiele in den Weihnachtsferien, wie sie in diesen Tagen gerade ausklingen, beileibe nicht überall gesetzt. Die Nachfrage allerdings ist da, zeigte am gestrigen Mittwoch eine Stippvisite.

Malen, Werken, Nähen – und ein Besuch im Landesmuseum: 31 Jungen und Mädchen toben sich unter dem Motto „Kultur pur“ noch bis zum morgigen Freitag bei den Weihnachts-Ferienspielen der Gemeinde aus.

„Es sind diesmal 31 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren bei uns angemeldet worden und damit mehr als in den Vorjahren“, sagte Jugendpfleger Tom Hicking. Zusammen mit einer weiteren Vollzeitkraft sowie zwei Teilzeitkräften ist er das gesamte Jahr über besonders für die jungen Zimmerner da, obgleich das im Volksmund „Jugendzentrum“ genannte Domizil am Festplatz offiziell eigentlich „Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum“ heißt. Hinzu kommen bei den Ferienspielen, die seit Montag und noch bis zum morgigen Freitag laufen, die „Teamer“ Nadine Coym, Hendrik Müller und Paul Strobl.

Grundsätzlich hätten Eltern sogar Jugendliche im Alter von 13 oder 14 Jahren anmelden können, so Hicking. „Die haben aber schon andere Lebensthemen.“ Soll heißen: Die sind mit jenen Angeboten, die unter das diesjährige Ferienspiele-Motto „Kultur pur“ fallen, nur schwierig zu erreichen.

Die 31 Jungen und Mädchen, die gekommen waren, hatten mit Angeboten wie dem Gestalten von Spielbrettern, dem Bau von Futterhäuschen, Malereien und (vorwiegend beim weiblichen Nachwuchs) dem Nähen von Mäppchen ihre Freude. Zudem haben die Betreuer immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Kinder: „Wir waren etwas überrascht, dass einige einen Besuch des Naturkunde-Bereichs im Hessischen Landesmuseum angeregt haben“, sagt Hicking. Ein Vorschlag, den man am heutigen Donnerstag aufgreift und dazu nach Darmstadt fährt, um sich etwa die beliebten Dioramen anzuschauen, die die Tierwelt verschiedener Regionen der Erde darstellen.

Darauf reagieren musste auch das Catering-Unternehmen E&A Gastronomie, das normalerweise ein warmes Mittagessen liefert, welches bei den von Eltern und Gemeinde zu etwa gleichen Teilen getragenen Kosten einkalkuliert ist. Statt der geplanten „Armen Ritter“ kriegen die Teilnehmer heute ein Lunchpaket mit belegten Brötchen mit auf den Weg.

Unter jenen, die an den Ferienspielen in Groß-Zimmern teilnehmen, sind in erster Linie auch tatsächlich Zimmerner. „Früher kam Ober-Ramstadt gerade im Sommer in Scharen zu uns rüber“, erinnerte sich Hicking. Durch den Ausbau des Angebots in dem nicht einmal direkt benachbarten Ort ist dies inzwischen aber nicht mehr der Fall.

Bilder: Ferienspiele enden mit großen Festen

In Groß-Zimmern selbst könnte man wohl eine Nachfrage nicht nur in der letzten Woche der Schulferien im Winter verzeichnen, war sich Tom Hicking gestern sicher. „Es gäbe wohl Eltern, die ihre Kinder in allen Ferien die komplette Zeit über zu uns bringen würden.“ Was man aber gar nicht wolle, „sie sollen auch mal Ferien zuhause mit der Familie haben“. Außerdem, fügte er schmunzelnd mit Blick auf Bürgermeister Achim Grimm hinzu, „besteht unser Chef darauf, dass wir um Weihnachten herum auch mal Urlaub machen“.

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