Ferienspiele der Waldschule

Heringe zum Schutz vor Wildschweinen

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Das Cubb-Spiel mit Holz macht den Ferienspielkindern der Waldschule viel Spaß.

Groß-Zimmern - Für die 14 Kinder zwischen sechs bis zehn Jahren, die die Ferienspiele der Waldschule in dieser besuchten, gab es seltsame Aufgaben wie Ameisenvölker kartieren. Mit Förster Martin Starke waren sie im Wald unterwegs und lernten so seine Arbeit kennen. Von Ulrike Bernauer 

Peter Göbel vom Bauhof kutschierte die Gruppe mit einer Rolle durch den Wald. Kartiert haben die vier Mädchen und zehn Jungen auch das Ameisennest Nummer vier. Es ist stattliche 109 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 3,3 Metern. Es liegt in einem reinen Fichtenwald, Farn wächst noch auf dem Boden. Gefährdet ist der große Haufen durch eine Holzrückegasse. „Wir wollen die Ameisen schützen, aber dazu müssen wir wissen, wo sie sind“, erklärt Starke den Kindern. „Wenn ich einmal Urlaub habe, dann müssen auch andere Leute von dem Nest Kenntnis haben, damit es nicht zerstört wird.“

Eine Neuanpflanzung aus Eichen, Buchen und Esskastanien haben die Kinder ebenfalls gesehen. Hier haben sie mit dem Förster untersucht, ob das Wildschutzgatter noch in Ordnung ist. Können Rehe in die Pflanzung gelangen, dann fressen sie die Blätter und jungen Triebe ab und die Bäumchen gehen kaputt. An einigen Stellen wurden Heringe wie beim Zelten eingeschlagen, um den Zaun besser zu halten. „Die Wildschweine heben manchmal ganze Gatter an und dann können auch die Rehe durchschlüpfen“, erklärt Starke. Nach ihrem Ausflug in den Wald sind die Kinder zum Mittagessen zu ihrem Lagerplatz in der Nähe der Waldschule zurück gekehrt. Dort gibt es erst mal einen „Waldburger“. Danach ist Malen, mit Ton arbeiten oder Schnitzen angesagt. Paul (10) präsentiert nicht nur seine zwei Schweizer Messer mit Sägeblatt, sondern auch seinen Überlebensgürtel, an dem neben den Messern eine Trinkflasche, eine Pfeife, ein Kompass und eine Aufkurbellampe hängen. Er erklärt auch wozu er letztere benötigt: „Als es so geregnet hat, war es ganz schön dunkel im Wald.“

Glück mit dem Wetter

Die Kinder hatten größtenteils Glück mit dem Wetter, nur einmal sind sie richtig nass geworden, alerdings waren sie da schon auf dem Heimweg. Nele (9) mag es nicht, wenn sie „pitschnass“ ist, aber die Ferienspiele im Wald gefallen ihr. „Es macht Spaß, an der frischen Luft zu sein.“ Nele, aber auch Marie (7) und Sophie (7) hat am besten gefallen, wie sie alle zusammen eine Birke gefällt haben. Nele kann genau erklären, welche Schritte man dabei beachten musste.

Der Stamm des jungen Baumes wurde zu einem Spiel verarbeitet. Betreuerin Claudia Wiedling erklärte das Cubb-Spiel. In die Mitte kommt ein größeres Stammstück, der König, davor stehen rechts und links fünf Bauern. Die Kinder müssen nun die Bauern umwerfen, dürfen dabei aber nicht den König treffen. Nachdem sie die Figuren ausgesägt hatten, probierten sie das Spiel sogleich aus.

Kinder lieben das Museum

Sie lieben auch ihr Museum, in dem sie Zapfen, Moos aber auch den Unterkiefer eines Wildschweins aufbewahren. „Das war noch ein junges Tier“, erklärt Elisa (9) und zeigt auf die Milchzähne im Kiefer. Künstlerisch haben sich die Ferienspielkinder auch betätigt. Viele Baumstämme wurden mit lustigen Gesichtern aus Ton verziert. Die Ferienspiele der Waldschule, die nun schon mehrmals statt gefunden haben, laufen im Rahmen des Naturschutzprojektes „Messeler Hügelland - Artenvielfalt vor unserer Haustür.“

Gesponsert wird es vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Bei Ministerin Priska Hinz beantragt Starke nun schon seit einigen Jahren einen Zuschuss, der aus dem Lottoaufkommen auch gewährt wird. Förster Starke, auch Waldschulvorsitzender, freut sich, dass sich durch die Zuwendung des Ministeriums die Kosten für die Eltern für die Ferienspielwoche auf 50 Euro pro Kind reduzieren ließen. Schließlich müsse auch die fachkundige Betreuung bezahlt werden. Nicht nur Erzieherin und Waldpädagogin Claudia Wiedling sorgte dafür, dass die Kinder eine schöne und entspannte Woche im Wald genießen konnten.

Ihr zur Seite standen die Lehramtskandidatin Anne Storm, die ebenfalls eine waldpädagogische Ausbildung hat sowie der angehende Förster Michel Monter.

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