Erste Ferienspielwoche mit 65 Kindern

Viele junge Artisten im Zirkus Baldini

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Manchmal ist es schwierig, den Hund zum Kunststück zu bewegen, letztendlich klappt es aber doch. Auf dem Drahtseil geht es nicht nur ums Balancieren, sondern auch um gute Haltung.

Groß-Zimmern - An einer ungewohnten Stelle befindet sich das Zirkuszelt der Familie Baldini, in dem in der ersten Ferienwoche endlich wieder die beliebten Ferienspiele mit Pferd, Esel, Hund, Jonglage und Akrobatik stattfinden. Von Ulrike Bernauer 

Weil der Festplatz umgebaut wird, ist nicht genug Raum für das große, blaue Zelt, das diesmal rund 500 Meter hinter dem Jugendzentrum aufgebaut wurde. Zirkusfrau Sandra Janik findet den neuen Platz bis auf die vielen Mücken und Schnaken sehr schön. „Wenn man in Richtung Süden schaut, hat man das Gefühl, man ist ganz weit weg von allem, fast in der Sommerfrische.“ Wenn Janik nach Norden schaut sieht sie die Häuser der Angelgartenstraße - glücklicherweise, denn einer der zeitweisen Nachbarn liefert dem Zirkus Strom und Wasser.

Eigentlich sollten diese beiden lebenswichtigen Grundversorgungen vom Feuerwehrhaus kommen, das liegt aber zu weit entfernt. Man hat Zelt und Fuhrpark weiter westlich aufgestellt, dort ist noch ein Querweg.

Bei dem unbeständigen Wetter in diesem Sommer hatte man Angst, nicht mehr aus der Wiese heraus zu kommen, wenn es weiter regnet.

Ferienspiele ohne Clown Tom Hicking

Für die Kinder ändert sich kaum etwas, lediglich der Weg zur Toilette ist weiter als sonst. Eine große Änderung gibt es dennoch in diesem Jahr, die die Jüngeren allerdings kaum bemerken werden. Jugendpfleger Tom Hicking gibt nicht mehr den Clown.

Hicking ist zu sehr mit seinen neuen Aufgaben in der Sozialen Stadt beschäftigt. Nicht nur der große Spaßmacher ist gestrichen, sondern auch die Zauber- und die Feuerkunststücke.

Bei Letzteren hat die Zirkusfamilie beschlossen, dass sie mit so vielen Kindern zu gefährlich wären. Beim Zauberkunststück fehlt der Familie ein Artist, der in die Kiste passt, um sich zersägen zu lassen.

Dafür gibt es aber die anderen altbewährten Nummern und die Kinder üben fleißig und konzentriert. Schließlich soll bei der Vorstellung am Freitag alles sitzen.

Am Montag lernten sich die 65 Ferienspielteilnehmer im Alter von sechs bis 14 Jahren erst einmal kennen, bekamen die verschiedenen Gruppen vorgestellt und durften sich dann einwählen und schon mal schnuppern, wie sich die Arbeit in ihrer Gruppe gestaltet.

Am Dienstagvormittag gab es dann noch einige Wechselwünsche. Beispielsweise wollte ein Mädchen aus der Gruppe mit den Pferden ausscheiden. Die Vorstellung, hauptsächlich reiten zu können, erfüllte sich nicht, es geht eher darum, mit den großen Tieren ein Kunststück einzustudieren. Das ist gerade mit den Tieren nicht so einfach. Auch bei den Hunden gab es am Anfang ein paar Anlaufschwierigkeiten, allerdings konnten die schnell behoben werden.

Aufführung im Zirkuszelt

Lorena (8) ist zum ersten Mal bei den Zirkusferienspielen. Sie hat sich die Gruppe ausgesucht, die auf dem Drahtseil balanciert. „Da kann man auch Tricks machen“, erzählt sie. Ihre Freundin Michele (8) balanciert schon sehr gut. Schwierig findet sie es, einen Schneidersitz zu machen. Noch haben die beiden Zeit zum Üben. Till (12) hat sich das Trampolin ausgesucht. „Trampolinspringen mache ich auch zu Hause. Es ist lustig, was wir hier für Figuren beim Springen machen.“ Till freut sich auf die Aufführung am Freitag. Da wird Alan (11) leider nicht mitmachen können. Er hat kurz vorher Geigenunterricht und die Zeit wird zu knapp. Trampolin hat sich Alan ausgewählt, „weil alles andere nicht so meins war.“ Alan ist Zirkusneuling, Till hat hingegen schon häufiger im Zirkus Kunststücke geübt. Gezaubert hat er schon und als Clown hat er schon einmal die Zuschauer zum Lachen gebracht.

Die Vorführung der Zimmerner Kinder beginnt am Freitag, 1. August, um 18 Uhr. Das Zirkuszelt findet man, wenn man am Jugendzentrum in die Verlängerung der Johannes-Ohl-Straße rechts einbiegt und dann dem Feldweg in Richtung Gundernhausen folgt.

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