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Feuerwehr informiert über Holz und Brände

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Karl-Heinz Kerz (links) und Joachim Köbel rücken dem Baumstamm mit der Zugsäge zu Leibe.

Klein-Zimmern - Die große Zugsäge flutscht regelrecht, wenn Karl-Heinz Kerz und Joachim Köbel sie bedienen. Im Handumdrehen ist der dicke Fichtenstamm durchgesägt. Zu zweit schafft es sich nicht nur angenehmer, sondern auch viel schneller.

Die Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses von Klein-Zimmern sieht am Sonntagmittag ein wenig anders aus als gewohnt. Zwei Holzspalter stehen hier, ein großer Sägebock und einige mächtige Buchenstammstücke. Nach der Sägeaktion von Kerz und Köbel riecht es auch ordentlich nach Holz.

„Als Feuerwehrleute haben wir es mitunter auch mit Auswirkungen von nicht sachgemäßem Holzbrand zu tun“, sagt Joachim Köbel, Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr. Mit der Aktion, die an das Sonntagscafé von Klein-Zimmern geknüpft ist, wollte die Feuerwehr der Bevölkerung Tricks und Tipps zur fachgemäßen Aufbereitung von Brennholz geben. Für gute Schätzer gab es sogar Holz zu gewinnen, Christian Wolf hat am besten geschätzt und gesägt. Er bekam einen halben Meter Buchenholz nach Hause geliefert. Die Aufgabe, ein Stück Buchenholz mit 336 Gramm (dreimal den Notruf für die Feuerwehr 112) auszusägen, hatte er fast punktgenau erfüllt und 338 Gramm abgesägt. Zweiter bei dem Schätzspiel wurde Marcus Paschke, stellvertretender Gemeindebrandinspekto von Groß-Zimmern. Er konnte immerhin einen Sack Brennholz mit nach Hause nehmen.

Ortsvorsteher Markus Geßner (rechts) zeigt die Handhabung eines Holzspalters.

Ortsvorsteher Markus Geßner zeigte am Holzspalter, wie man mit dem Gerät umgeht, und Köbel beantwortete gerne alle Fragen zum Holzaufarbeiten. „Es gibt eine ganze Menge Tipps und Tricks für die Arbeit im Wald beim Holzeinschlagen, die wollen wir gerne weitergeben“, sagte Köbel. Gezeigt wurde auch der richtige Umgang mit der Motorsäge. Dazu gehören das Kette- schärfen oder Hinweise, wie man die Motorsäge am besten in den Winterschlaf schickt. (Das Kettenöl sollte in der Säge bleiben, der Benzintank hingegen leer sein.) Zwei Vorträge konnten die Klein-Zimmerner im Café des Feuerwehrhauses verfolgen. Walter Angermeier referierte über „Die Jagd, das Wild und den Wald“. Dabei räumte der Jagdpächter mit so manchem Vorurteil über die Jäger auf und berichtete über die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Jagd. So mache etwa die zunehmende Nutzung des Waldes durch den Menschen den Jägern Schwierigkeiten. „Die Aktivitäten durch Jogger, Radfahrer, Holzmacher und Pilzsammler haben enorm zugenommen. Folglich ist das Wild zunehmend nachtaktiv, was für den Jäger bedeutet, dass er ebenfalls nachts auf die Jagd gehen muss, um die ermittelten Abschussquoten auch zu erfüllen.“ Schornsteinfeger Don Vaillant sprach über das Schornsteinfegerwesen und den sinnvollen Einsatz von Rauchmeldern. Auch beim Holzheizen kann der Bürger Fehler machen, beispielsweise zu nasses Holz verbrennen, was zu Glanzruß im Schornstein führen kann, der sich dann wiederum entzünden kann, womit ein weiterer Bogen zur Feuerwehr geschlagen ist. Enttäuscht zeigte sich Köbel am Ende der Veranstaltung über den Besuch dieses informativen Klein-Zimmerner Sonntagscafés. „Wir haben uns viel Arbeit gemacht und wenig Lohn in Form von Besuch und Interessen der Klein-Zimmerner erhalten. Vielleicht sollten wir in Zukunft den Ball etwas flacher halten.“

bea

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