Feuerwehr zeigt zum 90. ihr Können

Mit der Drehleiter retteten die Kameraden erfolgreich ein Unfallopfer vom Balkon. (Mehr auf Seite 4).  J Fotos (2): Friedrich

Groß-Zimmern - Ein Unfallopfer aus einem brennenden Pkw herausschneiden. Menschen aus dem entflammten Häuschen retten und eine große Schar von Besuchern pfundig bewirten – all das meisterte die Freiwillige Feuerwehr am vergangenen Sonntag, dem Aktionstag zum 90. Geburtstag. Von Ursula Friedrich

Mehr als 30 Kameraden, befreundete Einsatzkräfte, Feuerwehrverein und zahlreiche weitere Helfer schnürten ein Gesamtpaket, das den vielen Besuchern Impressionen, Informationen, Unterhaltung und volle Mägen bescherte.

Hollywoodreif waren die Einsätze der Kameraden. Fahrzeugschau und Kinderspielparcours, Musik und Gastronomie, rundeten den Tag ab, der Dank vieler Gäste Volksfestcharakter hatte.

„Die Planungen liefen seit Oktober“, gab Pressesprecher Tobias Lang einen Eindruck vom Aufwand der Veranstaltung. Gemeinsam mit Marcel Goeden war Lang für die Gesamtplanung zuständig.

Höhepunkt waren drei spektakuläre Einsätze, für die der benachbarte Festplatz reserviert war. Der Ehrenvorsitzende, Gerhard Vonderschmidt, hatte mit einem Helfertrupp eine ganze Hausfassade gezimmert, um die Szene mit filmreifer Kulisse realistisch gestalten zu können. Hier kamen zunächst die befreundeten Pyrotechniker zum Einsatz, die nicht mit Knall-, Rauch- und Feuereffekten geizten. „Nicht nur das Löschen, auch das Anstecken ist eine Mannschaftsleistung“, erklärte Matthias Frank, der mit neun Leuten am Start war, um fachmännisch „großes Kino“ zu bieten. „Wir hätten sonst im Osten Deiche sprengen sollen“, sagte der vielgebuchte Chef-Pyrotechniker, doch angesichts des runden Geburtstages und der langen Zusage an Groß-Zimmern, waren sie an die Gersprenz gereist.

Nach imposanter Fett-Explosion, dicken Rauchwolken und dem brennenden Haus, waren die Floriansjünger gefragt. „Wir sind keine Berufsfeuerwehr!“, betonte Lang.

Und die Kameraden demonstrierten dies vor großem Publikum anschaulich. Fröhlich feiernd wurden die Helfer aus dem heimischen Garten zum Einsatz gerufen, schlüpften vor den staunenden Zuschauern in Kluft und Atemgeräte und machten sich zum Löschen und Retten auf. Die Johanniter Unfallhilfe und Dieburger sowie Klein-Zimmerner Kameraden vervollständigten die Einsatztruppe, die an technischem Gerät auch eine Drehleiter zum Einsatz brachte, um ein Brandopfer vom Balkon zu bergen.

Ihre Schlagfertigkeit durfte auch die Jugendwehr an diesem Tag demonstrieren. Bei einem kleineren Einsatz packten die Youngsters an und retteten glücklich einen Teddybär vor den Flammen. Aktuell zählt die Nachwuchswehr 27 Kinder und Jugendliche, die Hälfte sind Mädchen.

Die Freiwillige Feuerwehr, mit Klein-Zimmern sind es 75 aktive Feuerwehrleute, demonstrierte neben ihrer Professionalität auch eine menschliche Seite. Unter den schweren Schutzanzügen stecken Personen, die als Handwerker, Büroangestellter, Student, Familienvater oder junger Single, ein (fast) normales Leben führen.

Die ehrenamtliche Mission des Rettens, Bergens und Löschens wird besonders tagsüber erschwert, da viele auswärts beschäftigt sind. Hier bringt die Kooperation mit der Gemeinde eine Verbesserung: Zwei Bauhofmitarbeiter absolvieren derzeit die Grundausbildung zum Feuerwehrmann. Unterstützung erhielt die Wehr durch eine Spende, die die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück an den Vereinsvorsitzenden Stefan Vonderschmidt übergab. Die Sparkasse Dieburg schloss sich dem Beispiel an.

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