Schlauchpflegeanlage gilt als Zukunftsweisend im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit

Feuerwehren ehren und befördern

17 Feuerwehrmänner und -frauen absolvierten Ausbildungen im Feuerwehrwesen vom Anwärter bis zum Brandmeister. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - „Von Mitte Mai bis Anfang September 2011 versetzten Brandstiftungen die Gemeinde in Angst und Schrecken“, berichtete Gemeindebrandinspektor James Bennett in seinem Rückblick. Sein Fazit: „Für die Feuerwehr im allgemeinen eins der schwierigsten Jahre überhaupt. Von Ursula Friedrich

“ Viele nächtliche Einsätze, teilweise ungeklärte Brandserien, organisatorischer Mehraufwand für neue Führungsstrukturen und nicht zuletzt der Freitod eines jungen Kameraden „haben uns physisch und vor allem psychisch an die Grenze der Belastbarkeit gebracht“, sagte Bennett kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der Wehren im Feuerwehrhaus Klein-Zimmern.

Der Trend vieler Einsätze setze sich 2012 leider fort: In den ersten beiden Monaten des Jahres rückten die 73 Feuerwehrfrauen und -männer bereits 20 Mal aus.

Dennoch gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Die Truppe wuchs um drei Personen an. In rund 60 Seminaren, Lehrgängen und praktischen Übungen wurden die Aktiven fit gemacht, für die mannigfaltigen Herausforderungen ihres Ehrenamts. Die Ausbildungsleiter Marcel Goeden (Groß-Zimmern) und Klaus Küppers (Klein-Zimmern) werden künftig für diesen wichtigen Bereich der Feuerwehrarbeit Sorge tragen. Während der Jahreshauptversammlung wurden etliche aktive Brandschützer für langjährige Dienste ausgezeichnet und befördert.

Zukunftsweisend für die interkommunale Zusammenarbeit auch im Bereich Feuerwehr wird die Anschaffung der Schlauchpflegeanlage sein. Sie soll von Klein- und Groß-Zimmern sowie Dieburg gemeinsam genutzt und in diesem Jahr am Standort Groß-Zimmern eingerichtet werden. ie der Einsatz der ehrenamtlichen Frauen und Männer in Zukunft gewährleistet werden kann, hängt von zahlreichen Komponenten ab. Besorgniserregend ist der Umstand, dass viele Feuerwehrleute außerhalb der Gemeinde tätig sind und somit während ihrer „normalen“ Arbeitszeit nicht zum Helfen, Bergen und Löschen zur Verfügung stehen.

In der Flotte von elf Fahrzeugen und drei feuerwehrtechnischen Anhängern ist das verrostete Vorauslöschfahrzeug dauerhaftes Sorgenkind. Hier sei die Verwaltung gefragt, eine Entscheidung zu treffen, um eine fundierte Instandsetzung des kleineren Löschfahrzeugs in Angriff zu nehmen, sagte der Gemeindebrandinspektor.

Im kommenden Jahr soll ein neuer Einsatzleitwagen angeschafft werden, im Jahr darauf ein neuer Kommandowagen.

Auf der Liste der Instandsetzungen und Neuanschaffungen sind die alten Fenster im Feuerwehrhaus Klein-Zimmern und viele weitere bautechnische Mängel an der Liegenschaft ein Dauerbrenner.

Vor Weihnachten sorgten die Kameraden in Groß-Zimmern in einem 300-Stunden währenden Kraftakt selbst für Instandsetzungen: „Wir haben die ganze EDV-Verkabelung und den luK-Bereich in Eigenhilfe erneuert“, so Bennett. Auch die Feuerwehrvereine unterstützen die Arbeit der Aktiven, so etwa, wenn durch die Ausrichtung von Festen ein Plus in der Vereinskasse ist. So konnten im Vorjahr für rund 8 000 Euro Hochdruckreiniger, ein gebrauchter Stapler, der EDV Umbau und mehr für beide Wehren finanziert werden. In den Ehren- und Altersabteilungen engagieren sich zur Zeit 26 ehemalige Kameraden für die Feuerwehr.

Für 25 Jahre aktiven Dienst wurde im Anschluss Thomas Volk mit dem Silbernen Brandschutzehrenabzeichen am Bande geehrt. Kreisbrandmeister Frank Schumann zeichnete den verdienten Kameraden mit der hessischen Würdigung aus. Für 30 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Klein-Zimmern wurde Otfried Höptner geehrt, 20 Jahre ist Klaus Grimm dabei. Mark Czerny und Stefanie Wolf wurden für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt. In Groß-Zimmern sind Norbert Schmucker und Michael Massl seit jeweils 20 Jahren dabei. Für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Benedikt Fröhlich, Martin Jost und Volker Sachs geehrt.

Die höchste Beförderung erhielt Wehrführer Markus Geßner, der zum Brandmeister ernannt wurde. Die Beförderung zum Hauptlöschmeister erhielt Marcel Goeden, die Prüfungen zu Oberlöschmeistern absolvierten Gerrit Großklaus und Constantin Kunze erfolgreich. Florian Cöster wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

Kommentare