Feuerzauber zum Start ins neue Jahr

Rund 250 Gäste kamen zur Weihnachtsbaumverbrennung der Chorgemeinschaft. Feurige Veranstaltung: Viele Bürger der Gersprenzgemeinde feierten am Samstag mit der Chorgemeinschaft die zweite Weihnachtsbaumverbrennung.  (c)Foto: Friedrich

Groß-Zimmern J Nicht mit Gesang, sondern mit Feuerzauber und Funkenflug feierte die Chorgemeinschaft das neue Jahr 2014. Zum zweiten Mal veranstalteten die rührigen Sänger eine große Weihnachtsbaumverbrennung. Von Ursula Friedrich

Nur einen Steinwurf von jener traditionellen Stelle, wo die Kerbboschtejahrgänge mit der Verbrennung der Kerbbobb das Ende des Zimmerner Heimatfests feiern, loderten am Samstag die Flammen in den Himmel. 280 ehemalige Christbäume gingen in der Feldgemarkung gen Klein-Zimmern so in Flammen auf. „Klasse, dass so viele Leute gekommen sind“, freute sich der Vorsitzende der Chorgemeinschaft Michael Ganß. Für die rund 250 Besucher des Spektakels wurden Glühwein, Kartoffelsuppe und Antialkoholisches serviert. Den Eintopf hatte der vielseitig begabte Vorsitzende eigenhändig gekocht.

Mit der Baumverbrennung begründete die Chorgemeinschaft in ihrem Jubiläumsjahr 2013, dem 150. Geburtstag, eine neue Veranstaltung im Vereinskalender. Nach der Aktion war klar: Die stimmungsvolle und gut besuchte Auftaktveranstaltung im Grünen sollte keine Eintagsfliege bleiben.

Während die brennenden Bäume auch diesmal ein offenkundig fesselndes Schauspiel boten, steckt eine soziale und gesellschaftliche Idee hinter der Aktion. Die Einnahmen der Veranstaltung – zwei Euro waren pro eingesammelten Baum zu bezahlen – sollen der Jugendarbeit des Vereins zu Gute kommen. „Ich wurde angesprochen, dass ein Mädchen so schön singen kann – die Eltern aber kein Geld für den Vereinsbeitrag haben,“ sagte Michael Ganß – finanzielle Not soll hier keine Hürde sein, um im Chor zu singen. Derzeit singen rund 50 junge Menschen ab Kindergartenalter in den beiden Kinderchören, Tendenz steigend.

Mit einer ordentlichen Menge von 280 Bäumen steigerten sich die Veranstalter ordentlich – im Vorjahr wurden 160 Bäume aus den Haushalten abgegeben. Für viele Bürger war es eine bequeme Gelegenheit, sich ohne großen Aufwand vom Weihnachtsbaum zu trennen. Mit drei Fahrzeugen und einem Dutzend Helfern wurden die Bäume vormittags von den Sängern eingesammelt. Dass sie, zum stattlichen Haufen aufgetürmt, nicht nur prächtig brannten, sondern riesige Funkenwolken produzierten, lag nicht etwa am verbliebenen Lametta. Die trockenen Nadeln sorgten für das feurige Spektakel.

So konnten selbst grüne Kommunalpolitiker guten Gewissens zuschauen – ohne Umweltfrevel zu befürchten, und, so der grüne Gemeindevertreter Reiner Raab schmunzelnd, „einen roten Glühwein genießen.“

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