Finale der Kreismeisterschaft beim RuF „auf der Lichte“

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Enspannt genießen die Pferde die Aussicht der neuen Stallfenster beim Reit-und Fahrverein.

Groß-Zimmern - „Wir wollen nicht stehenbleiben sondern den Verein weiter fördern und auch Neuerungen vornehmen“, erklärt die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins (RuF) Petra Krauß. Seit 2001 leitet sie den Verein und kann auf einige Veränderungen zurückblicken. Von Verena Scholze

So wurden 2002 die kompletten Ställe umgebaut und mit Fenstern ausgestattet, um eine freundlichere Haltung der Pferde zu ermöglichen. „Unser Gelände umfasst rund drei Hektar Land, auf dem sich neben zwei Spring- auch drei Dressurplätze und ein Grasgelände befinden“, berichtet Krauß. Letzteres steht den Pferden täglich als Koppel zur Verfügung und wird an den Turnieren als Abreiteplatz genutzt. „Auf einem so großen Gelände ist natürlich die Erhaltung der Anlagen notwendig und es fallen immer Veränderungen an“, meint Krauß. So wurde das komplette Dach der kleinen Halle saniert. In dieser Halle steht auch die nächste Erneuerung an, die Seitenwände zum Pullmann-Gelände sollen mit Klarglas versehen werden.

Informationen zum Reit- und Fahrverein und über das stattfindende Turnier finden Sie auf der vereinseigenen Homepage.

Der Verein, der von 28 Reitern gegründet wurde und derzeit 370 Mitglieder zählt, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Vereinsgründung im Dezember 1949 lag noch in der Periode des allgemeinen Wiederaufbaus der ländlichen Reiterei des Zweiten Weltkriegs. Bereits damals hatten die Groß-Zimmerer eine große Verbundenheit zum Pferd und schon während der Gründungsversammlung im „Gasthaus zur Erholung“, das damals als Vereinslokal der Reiter genutzt wurde, erklärten sich 17 Personen als aktive Mitglieder des Vereins. Der damalige Vorsitzende Heinz Dressel übernahm gleichzeitig die Aufgabe des Reitlehrers und es wurde umgehend mit dem Reitunterricht begonnen. Drei Jahre später fand der erste Reiterball im Domizil in der Waldstraße statt, dem viele weitere bis in die 90er Jahre folgen sollten.

Die allerersten Reitstunden wurden auf Wirtschaftspferden abgehalten, die vereinzelt auf den Bauernhöfen standen. Sattel und Zaumzeug war überwiegend alter Bestand, der den Krieg überdauert hatte. Vom Brachland, das außerhalb des Orts lag, bis zum heutigen Vereinsgelände war es noch ein weiter Weg. Das erste Gelände, das der RuF nutzte, befand sich am „Im Rauen See“, an der Stelle wo das heutige Hallenbad steht. Da es dort jedoch im Winter keinerlei Trainingsmöglichkeiten gab, wurde in den 60er Jahren der Ruf nach einer eigenen Reithalle laut. Durch günstige Umstände konnte das Gelände „Auf der Lichte“ erworben werden, auf der unter großer Aufopferung und Anstrengung der Mitglieder die heutige Sportstätte geschaffen wurde.

Das Indoor-Fahren wurde beim Verein geboren

1991 wurde der Bau einer zweiten Halle begonnen und nach einem Jahr fertig mit einem großen Richtfest gefeiert. Viele sportliche Höhepunkte haben sich im Laufe der Jahre ereignet, auf die der Verein voller Stolz zurückblicken kann. „In unserer Halle wurde das Indoor-Fahren geboren“, erzählt der ehemalige Vorsitzende Willi Göbel.

Das Indoor-Fahren, also Pferdespänner in der Halle lenken, nahm von Groß-Zimmern seinen Lauf nach Stuttgart in die Hans-Martin-Schleyer Halle, wo es seitdem auf den großen Reitveranstaltungen und Turnieren zuhause ist. Regelmäßige Reit- und Fahrturniere sowie Dressurprüfungen bis zur M-Klasse sowie Springprüfungen bis zur S-Klasse locken nicht nur Teilnehmer aus Hessen, sondern auch viele Reiter aus den anliegenden Bundesländern gehen hier regelmäßig an den Start.

Das Hauptaugenmerk liegt in unserem Verein beim Turniersport“, sind sich Krauß und Göbel einig. Zwar hat der Verein auch Freizeitreiter, die gerne im Gelände reiten, aber speziell der Nachwuchs geht in Richtung Turnierreiten. „Wir haben zwar eine überwiegend Mädchen beim Nachwuchs, aber die Jungs jedoch, die einmal mit dem reiten angefangen haben, bleiben zumeist dabei““, sagt Krauß. Das besondere sieht sie gerade in der Nachwuchsförderung: „die Jugendlichen lernen hier, Verantwortung zu übernehmen. Sie müssen täglich Pferdepflege und -betreuung leisten“. Der Verein selber hat keine Schulpferde, bietet jedoch die Möglichkeit der Reitstunden an. „Wir haben drei Reitlehrer, die alle Mitglieder des Vereins sind“, erzählt Krauß. Unterricht wird für Jugendliche ab elf Jahren angeboten.

Freiland-Turnier am kommenden  Wochenende

Das nächste Highlight des Vereins steht bereits am Freitag, 31. Juli, an. Bis Sonntag, 2. August, findet auf dem Vereinsgelände ein Freiland-Turnier bis Kl. M, das Finale der Kreismeisterschaft des Kreisreiterbundes Darmstadt-Dieburg, sowie ein Springen und Dressur bis Klasse M statt.

Es wurden über 1 000 Pferde gemeldet“, freut sich die Vorsitzende. „Allerdings macht diese Hohe Zahl der Pferde die Zeiteinteilung sehr schwierig“. Parcourschef Ralf Hollenbach ist jedoch ein As auf seinem Gebiet. „Seit über zehn Jahren designt er schon unseren Parcours, der durch seine Abschüssigkeit und die innenstehenden Bäume sehr schwierig zu gestalten ist“, so Krauß.

Für die Mitglieder heißt es an den Tagen des Turniers Dienst schieben. „Es fallen verschiedene Arbeiten an, von der Verkostung bis zum Stalldienst“, erklärt Krauß. Jedoch sei die Mitarbeit der Aktiven seit Jahren sehr gut und viele packen mit an. „Unser Trupp ist sehr harmonisch“, freut sich Krauß.

Daher finden auch Vereinsveranstaltungen immer großen Anklang. „Wir veranstalten seit Jahren das Weihnachtsreiten, bei dem wir bis 2005 immer ein Märchenreiten aufgeführt haben“, erzählt Krauß. Auch der traditionelle Tagesritt des RuF findet großen Anklang. Am 12. Juli ging es diesmal zur Hippelsbacher Bauernstube. „Zehn Reiter, rund vierzig Vereinsmitglieder und Gäste machten sich mit Fahrrad, Auto und Oldtimertraktoren auf den Weg, um einen gemeinsam einen wundervollen Tag zu verbringen“, lächelt Krauß.

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