Drei Tage lang fröhliches Fischerfest

Feiner Fisch, farbenfrohes Feuerwerk

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Muntere Stimmung vor idyllischer Kulisse: Diese Gäste des Fischerfests amüsierten sich prächtig.

Groß-Zimmern -   Still ruht der See? Mitnichten! Drei Tage lang wurde zwischen den beiden Anglerteichen toll gefeiert. Mit viel Programm, Feuerwerk und feinen Fischdelikatessen.

Mit dem Update ihres Fischerfests haben die Aktiven des Anglervereins Groß-Zimmern ins Schwarze getroffen: Zum 65. Geburtstag gingen die Angler vor allem kulinarisch in die Offensive. Mit Erfolg. Bereits der Festfreitag, der von dem Ersten Beigeordneten Friedrich Faust mit einem treffsicheren Schlag auf das Freibierfass eröffnet wurde, war gut besucht. Am Samstag Abend wurde das Naturidyll zwischen den Ortsteilen zum Ziel vieler hungriger, vor allem feierfreudiger Gäste. Als gegen 22 Uhr das Brillantfeuerwerk den „Teich in Flammen“ hüllte, herrschte Gedränge auf dem Festgelände. Noch immer pilgerten vor allem Jahrgänge zur munteren Feier - Anlaufziel war insbesonderde die Angler-Bar.

Ein gutes Signal für Vereinschef Dieter Gaab und seine Mannschaft, dass sich alle Mühen, auch eine größere Investition in die Werbung zum Fischerfest, lohnten. Es gab manch flaues Jahr (besonders bei Regen), da gerät ein so arbeitsintensives Projekt auch mal auf den Prüfstand.

Die Vorbereitungen zum Fest anlässlich des 65. Vereinsgeburtstags waren intensiv, „seit Montag haben wir Vollgas gegeben“, berichtet Rechner und Jugendleiter Rainer Buchsbaum. Mit zehn bis zwanzig Leuten wurde täglich aufgebaut, vorbereitet, Küche und Stände bestückt. Der Ablauf in der Gastronomie sollte optimiert, das Speisenangebot (überwiegend Fisch) mit Besonderheiten auf der Karte aufgewertet werden - etwa dem feinen Merlanfilet. „Der Renner ist unsere gebackene Forelle“, schwärmte Buchsbaum, „aber auch die geräucherte Variante geht gut weg.“ Die wurde, verbraucherfreundlich, vorher entgrätet. Dass hinterm Herd ausschließlich Männer stehen, ist bei den Anglern nicht ungewöhnlich. Mit am Start im Helferteam: die Vereinsjugend. 18 Nachwuchsangler gehören zum Verein (ab zwölf Jahren darf geangelt werden), der insgesamt 160 Mitglieder zählt. Frauen sind deutlich in der Unterzahl. Buchsbaums Bilanz: „Angeln ist ein Männersport.“ Beim Festbetrieb machen sich die Damen allerdings nicht rar. Auch von befreundeten Vereinen, etwa dem 1. Zimmerner Fanfarencorps, halfen Aktive mit. „2018 richten wir an Pfingsten die Deutsche Meisterschaft aus“, so Kirsten Hessen vom Fanfarencoprs - dann brauchen sie Hilfe.

Anpacken können die Angler, ja, müssen sie. Die Pflege und Hege des Anglerheims, der Teiche und der Gersprenz nehmen viel Zeit in Anspruch. Inzwischen hat der Verein den gesamten Bereich der Gersprenz von den Reinheimer Teichen bis nach Dieburg angepachtet - das verpflichtet. Die Sorgen, die hungrige Kormorane Anglern im ganzen Bundesland bescheren, verblassen, angesichts neuer Sorgen: Der Signalkrebs ist auf dem Vormarsch. „Diese Krebsart ist ein Neozoen“, erklärte Dieter Gaab. Das aus Nordamerikan nach Europa vom Menschen eingeschleppte Tier hat sich hier angesiedelt und bedroht heimische Fisch- und Krebsarten. „Für unsere Nachbarvereine oberhalb der Gersprenz sind diese Krebse die reinste Seuche“, weiß der AV-Vorsitzende. Die Zimmerner Gewässerwarte haben die Situation zwar noch im Griff, aber das Fangen der Tiere mit Reusen nimmt Zeit in Anspruch. Gaab: „Unsere Gefriertruhen sind voller Krebse.“ Auch die Reproduktionsmechanismen in der Gersprenz funktionieren durch den Eingriff des Menschen nicht so, das ein ökologisches Gleichgewicht besteht. Dieter Gaab, der als Zimmerner Bub mit dem Anglerverein aufgewachsen ist und von Kindesbeinen an durch die Natur streift, beklagt den niedrigen Pegel der Gersprenz. Vor rund 30 Jahren maß die Tiefe des Bachs an der Obermühle gut 2,50 Meter, heute ist die Gersprenz hier keinen Meter mehr tief. Jedes Jahr kaufen die Angler junge (Weiß-) Fische für mehrere Tausend Euro, die in Teichen und Gersprenz ausgesetzt werden. Die Einnahmen des Fischerfests sind wichtig, für die Finanzierung dieser Umwelttätigkeit. Das neue Konzept der Angler ist aufgegangen - Petrus tat sein Übriges, verhübschte die Feiertage mit prächtigem Wetter. Weil die Feier für die Gastgeber jede Menge Arbeit bedeutete, wird nächste Woche ein Helferfest steigen - mit leckerem Fisch vom Grill. (ula)

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