Digitale Engel geben Tipps zur Nutzung moderner Medien

Fit fürs Internet

Groß-Zimmern – Die Digitalen Engel haben in den vergangenen Wochen online Station im Landkreis gemacht, um älteren Menschen zu zeigen, wie sie sich sicher im Internet bewegen und dieses für ihre Zwecke nutzen können. 20 Interessierte hatten sich über das Diakonische Werk Darmstadt-Dieburg beziehungsweise das Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern zu der Veranstaltungsreihe angemeldet.

Motiviert von der Veranstaltungsreihe der Digitalen Engel, hat Mahvash Bahadori jetzt online ihre „Nähberatung“ gestartet.

Diese stand unter dem Motto „Willkommen in der digitalen Welt“ und beschäftigte sich mit Fragen wie beispielsweise „Was ist das Internet, und welche Vorteile bietet es? Was brauche ich, um es zu Hause und unterwegs zu nutzen?“. Das Projekt Digitaler Engel, das Bestandteil der Umsetzungsstrategie zur Gestaltung des digitalen Wandels ist, wird vom Verein Deutschland sicher im Netz mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend umgesetzt. Die beiden für den örtlichen Landkreis angebotenen Zoom-Meetings mit den Referenten Johannes Diller und Monika Schirmeier von den Digitalen Engeln stießen auf großes Interesse: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich von den Experten individuelle Fragen rund um digitale Bedarfe des Alltags, von Videotelefonie bis hin zum Supermarkteinkauf per Internet, beantworten zu lassen. „Wenn man erst einmal weiß, worauf man als Anwender achten sollte, bringt die Internetnutzung auch für Senioren sehr viele Vorteile“, war der Tenor.

Während der Online-Veranstaltung beschäftigen sich die Teilnehmer beispielsweise mit den Begriffen Cookies, NFC und Phishing. Während Fragen wie „Welches Datenvolumen wählt man am besten, wenn man mobile Daten nutzen möchte?“ oder „Wie nutzt man Bluetooth?“ erörtert wurden, vergingen die angesetzten 90 Minuten wie im Flug. „Ich habe viel Neues gelernt, besonders in Bezug auf technische Aspekte wie beispielsweise die Arbeit mit der Kommunikationsplattform Zoom“, sagt etwa die Groß-Zimmernerin Mahvash Bahadori, „die habe ich bisher noch nicht genutzt.“ Wie bei einigen anderen Veranstaltungsbesuchern lebt ein Teil von Bahadoris Familie nicht in der Nähe oder gar im Ausland, sodass die 67-Jährige mittlerweile seit über einem Jahr nur noch via Computer oder Videotelefonie mit ihren Angehörigen in Verbindung bleiben kann. „In unserer Familie nutzen wir das Internet, um uns digital zu treffen und uns wenigstens auf virtuelle Weise nahe zu sein“, erzählt sie. Für die Seniorin war es daher interessant zu hören, wie sicher Internetverbindungen und kostenlose Kommunikationsmöglichkeiten sind. Hinsichtlich der Passwortsicherheit riet Johannes Diller: „Es sollte mindestens zehn Zeichen lang sein, Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen und Zahlen enthalten.“

Vom Nutzen überzeugt, den die digitalen Möglichkeiten gerade während der Corona-Pandemie bieten, beschloss Bahadori, diese auch für ihr ehrenamtliches Engagement einzusetzen: Die 67-Jährige ist eine leidenschaftliche Näherin und normalerweise im Mehrgenerationenhaus sowohl im Näh- als auch im Repaircafé tätig. Bis wieder reguläre Treffen in Kleingruppen möglich sind, will sie digitale „Nähberatungen“ geben. Vergangenen Freitag hatte der neue Service, der freitags von 10 bis 11.30 Uhr angeboten wird, Premiere. „Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Ehrenamtliche die digitale Welt für sich entdecken und es künftig eine Vielzahl von interessanten, kostenfreien Angeboten gibt, die die Menschen bequem von zu Hause aus nutzen können“, sagt Bahadori. Vor allem aber blickt sie der Zeit entgegen, wenn sie bald wieder mit Gleichgesinnten im Mehrgenerationenhaus an der Nähmaschine sitzen und plaudern kann.

Von Martina Emmerich

Rubriklistenbild: © Emmerich

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