Frauen unterzeichnen Aufruf an Malaysia

Die Kantorinnen umrahmten mit ihren Gesängen den Weltgebetstag. Foto: Bernauer

Groß-Zimmern (bea) - „Geschwister in einer Welt sind wir, miteinander verbunden und aufeinander angewiesen“, sagt Gisela Künzel am Freitagnachmittag in der katholischen Kirche.

Das stimmt wohl jederzeit, aber selten ist es so stimmig, wie am Weltgebetstag, an dem in 170 Ländern der Erde Gottesdienste im Namen und Auftrag eines Landes abgehalten werden. In diesem Jahr wurde der Weltgebetstag von Frauen aus Malaysia vorbereitet, die Frauen in Groß-Zimmern reihen sich in die weltumspannende Kette ein.

„Selamat Datang“ heißt der Gruß in Malaysia, er bedeutet Friede und Willkommen. Rosemarie Busch-Maiwald und Heidrun Fornoff führen ihn in bunten Saris vor. Informationen über das asiatische Land erhalten die Gottesdienstbesucherinnen. Neben den erfreulichen Tatsachen, wie einer Gesellschaft, in der weitgehend Toleranz zwischen den Religionen herrscht, werden auch die Schattenseiten aufgezeigt. Besonders die Hausangestellten, die zumeist Arbeitsmigrantinnen sind, rücken die Gottesdienstveranstalterinnen in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Fornoff erzählt die Geschichte einer Frau vom Lande, die in einen städtischen Haushalt vermittelt wurde. Abhängig vom Arbeitsvermittler, der ihren Pass und ihre Arbeitserlaubnis einbehielt, bekommt sie von ihrer Arbeitgeberin keinen Lohn, weil die Dame des Hauses mit den Leistungen ihrer Hausangestellten nicht zufrieden ist. Wehren kann sich die Frau ohne Papiere nicht und formuliert die bittere Erkenntnis: „Man besitzt mich“. Dieses Schicksal ist in Malaysia kein Einzelfall.

Etliche Fragen an Gott formulieren die Frauen der Ökumene, die den Gottesdienst vorbereitet und gestaltet haben - neben Busch-Maiwald und Fornoff sind hier Cordula Habenicht, Gisela Blome, Irmtraud Werdecker, Gisela Künzel, Monika Roth und Christel Seib zu nennen. „Wie lange noch regiert das Geld? Dürfen Tyrannen ihre Völker ausbeuten, knechten und ermorden? Werden Kriege im Namen Gottes geführt?“, heißt es da beispielsweise.

Auf Gottvertrauen setzen die Frauen trotz der kritischen Fragen. Zitate aus der Bibel führen sie dazu an. Gebetet wird nicht nur für das fernöstliche Land, sondern auch für die Regierenden in diesem Land, „schenke ihnen Weisheit zu erkennen, was richtig und gerecht ist und auch danach zu handeln.“ Aber auch die Stärkung der Kirche wird in den Gebeten angesprochen.

Musikalisch umrahmen die Kantorinnen den Weltgebetstag, aber auch die zahlreichen evangelischen und katholischen Gottesdienstbesucherinnen sind aufgefordert, die Lieder mit zu singen.

Der Einladung nach dem Gottesdienst zu einem kleinen Imbiss ins Pfarrzentrum zu kommen, folgen viele Frauen. Dort können sie sich bei Kaffee und Kuchen über den Gottesdienst austauschen, aber auch eine Petition an die malayische Regierung zur Verbesserung der Situation der Hausangestellten unterschreiben.

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