Frauen ziehen gemeinsam an einem Strang

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Beim interkulturellen Frauencafé genossen junge Besucher das Spieleangebot .

Groß-Zimmern (ula) - Die Ferien haben die Energie der Frauen des Ausländerbeirats nicht gedämpft. Am Samstag luden sie zum dritten internationalen Frauencafé ins Jugendzentrum, dass sich inzwischen nicht nur geselliger Treff, sondern auch Ideenschmiede für neue Projekte ist.

„Einige Mütter haben uns eine Bitte angetragen“, sagte Anna Scarpato-Wolf vom Ausländerbeirat.

Als Gast begrüßte sie die Referentin der Projektwerkstatt „Soziale Stadt“, Sabine Bernhard. Die Mütter lernten sich bei der Betreuung ihrer Kinder am Spielplatz des Wohnquartiers Angelgarten-/ Dresdenerstraße kennen und suchen nun gemeinsam nach einem regelmäßigen Treffpunkt bei kälterer Witterung.

Sozialpädagogin Bernhard war gleich mit mehreren Vorschlägen zur Stelle. Die Vorstellung des seit 2009 tatkräftig umgesetzten Projektes stand außerdem im Rampenlicht des Frauencafés – abgerundet von zwangloser Gemütlichkeit und internationaler Bewirtung.

Park- und Spielanlage auf 5000 Quadratmetern

Dass sie „gemeinsam an einem Strang“ ziehen können, das haben viele Bewohner des Quartiers bei ihrem Projekt im Rahmen der sozialen Stadt gezeigt. Hand in Hand mit der Projektwerkstatt wurde auf rund 5000 Quadratmetern Außengelände eine Park- und Spielanlage geschaffen. Das so entstandene Herzstück des von gut 700 Menschen aus 35 Nationen bewohnten Quartiers ist seitdem beliebter Treffpunkt für alle Generationen. Doch leider zeigt nicht jeder Nutzer Sozialkompetenz. Volltrunkene Männer bereits in den Morgenstunden, laut feiernde Jugendliche zu Nachtzeiten und wachsende Müllberge bereiteten den Teilnehmerinnen des Frauencafés Sorgen. Dass Zigarettenstummel von spielenden Kindern aus dem Sandkasten geholt werden, junge Mädchen sich über Betrunkene beschweren, die sie belästigen, nach solch unschönen Episoden sind die Frauen der Überzeugung: „Jetzt reicht‘s!“ Dass Handlungsbedarf besteht scheint klar.

Doch wie den Dingen Herr werden? Patroullien des freiwilligen Polizeidienstes regte Sabine Bernhard an, auch Anrufe beim zuständigen Ordnungsamt sollten erfolgen.

Achtlosigkeit der Autofahrer beklagt

Sorgen bereiten außerdem viele Autofahrer, die im kinderreichen Wohnviertel völlig achtlos mit ihrem Fahrzeug daher brausen - ohne Rücksicht auf Kinder zu nehmen, die hier mit ihren kleinen Gefährten - ob Roller oder Bobycar - unterwegs sind. Bei derlei Sorgen wird den Frauen des Ausländerbeirats in den Ferien gewiss nicht langweilig. Auch die Projektwerkstatt (Bernhard: „Wir sind die Lobby der Bürger.“) ist hier ein kompetenter Ansprechpartner.

Für das Frauencafé im September steht ein weiteres soziales Thema auf dem Programm. Das Mehrgenerationenhaus wird seine Arbeit vorstellen. Ziel des gemütlichen Kaffenachmittags ist neben Geselligkeit und neuen Kontakten der Aufbau eines Netzwerkes, dessen Arme vom politischen Gremium, Behörden bis hin zu Sportvereinen und sozialen Einrichtungen reichen.

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