Freunde auch mit Unterschieden

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Unter den kritischen Blicken von Parlamentsvorsteherin Katharina Geibel (Mitte) unterzeichnen die Bürgermeister Gianna Magherini und Achim Grimm die Verschwisterungsurkunde für die Partnergemeinden Rignano sull Arno und Groß-Zimmern.

Groß-Zimmern - „Im Mittelpunkt stehen die Menschen. Sie garantieren eine tiefe und dauerhafte Partnerschaft“, sagte Bürgermeister Achim Grimm. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Der Beginn der Partnerschaft ist besiegelt, in einem feierlichen Akt wurde die Verschwisterungsurkunde zwischen Rignano sull'Arno und Groß-Zimmern am Samstag in der Mehrzweckhalle unterzeichnet. Zahlreiche Zimmerner, darunter auch viele italienischstämmige Bürger, verfolgten aufmerksam die Feierlichkeiten. Grimm begrüßte die Gäste und stellte in seiner Ansprache die Verschwisterung in einen größeren Rahmen.

Bilder von der Verschwisterungsfeier

Verschwisterungsfeier in Groß-Zimmern

Eine rasante Entwicklung habe die Europäische Union in sechs Jahrzehnten genommen. Auch wenn in Deutschland das Interesse an Europa nicht groß sei, wie die geringe Wahlbeteiligung vor einer Woche zeigte. „Um so wichtiger sind Städtepartnerschaften“,erklärte Grimm, denn dabei könne man voneinander lernen, sich auf andere Kulturen einlassen und miteinander Probleme lösen. Der Bürgermeister forderte alle Zimmerner auf, Teil dieser Verschwisterung zu werden, mit der Familie oder auch als Verein. Großen Applaus erhielt er für seinen letzten Satz von der italienischen Bevölkerung Zimmerns: „Eviva l' amicizia fra Rignano sull'Arno e Groß-Zimmern“ (Es lebe die Freundschaft zwischen Rignano sull'Arno und Groß-Zimmern).

Ein großes Geschenk für die Gäste. Vier junge Künsterlinnen malten die Verschwisterung als Zusammenfluss von Arno und Gersprenz.

Von einem Samen, den man heute gelegt habe, sprach die Bürgermeisterin von Rignano sull'Arno, Gianna Magherini. „Wir müssen uns alle darum kümmern, dass die Pflanze aus diesem Samen gut wächst und reich Früchte trägt“, so Magherini. Den Wunsch nach Freundschaft und Verständnis schickte sie gleich hinterher, betonte aber auch, man solle offen bleiben für die Verschiedenheiten und die Konfrontation.

„Groß-Zimmern ist die siebte Gemeinde mit einer Partnerstadt in der Region Florenz“,erklärte Landrat Alfred Jakoubek. Das Friedenswerk Europas gelte es zu erhalten. Applaus erhielt Jakoubek für die Worte: „Ich wünsche mir kein Europa des Geldes, sondern der Menschen“.Nach der feierlichen Unterzeichnung der Verschwisterungsurkunde durch Grimm, Magherini und Gemeindevorsteherin Katharina Geibel wurde es bunt auf der Bühne - die Gastgeschenke wurden ausgetauscht. Das Rathaus von Rignano sull' Arno wird künftig ein großes Gemälde von vier jungen Künstlerinnen zieren.

Unter Anleitung von Monika Belke haben Helena Preis, Louisa Angermeier, Isabell Fabeck und Laura Gärtner die deutsche und die italienische Partnergemeinde auf einer Leinwand vereint. Grimm erhielt im Gegenzug ein Gemälde eines berühmten toskanischen Künstlers sowie ein Bild erstellt von der Behindertenschule in Rignano

Dass die Zimmerner auch etwas italienisch können, zeigte Cantare con Gioia. Der italienischer Name des Chores ist schon fast Programm und natürlich sang man zwei italienische Stücke. Auch Chorus Line beschloss sein Potpourri mit einem italienischen Lied.

Und so richtig feierlich wurde es, als der Katholische Kirchenmusikverein Klein-Zimmern die beiden Nationalhymnen von Italien und Deutschland spielte. Den musikalischen Reigen dieses festlichen Nachmittags hatte das Fanfarencorps Groß-Zimmern eröffnet.

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