„27 Freunde müsst ihr sein“

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Trotz wenig einladender Temperaturenfand die „Vorkerb“ eine große Resonanz.

Groß-Zimmern ‐ „Du bist eine Sünde wert“ schallt der deutschsprachige Remix aus den großen Boxen hinaus in die Nacht. Daran, dass die Zimmerner Kerb in vielfacher Hinsicht eine Sünde Wert ist, gibt es keinen Zweifel. Doch schon bei seiner „Vorkerb“ am Samstag abend blieb dem Jahrgang 1990/91 für solche Überlegungen wenig Zeit: Der reibungslose Ablauf fordert die komplette Aufmerksamkeit. Von Michael Just

Am Anglerheim legt man sich mächtig ins Zeug: Es gibt eine Event-Bühne mit DJ, ein nicht gerade kleines Zelt und einen Verpflegungswagen. Das Gelände ist mit einem Bauzaun und einem Sichtschutz abgegrenzt. Mittels großer Lichtorgeln wird das Party-Areal in mystisches Licht getaucht. Für die Kerbborschte gilt es an diesem Abend, sich nicht nur in Sachen Stimmung „warmzulaufen“, sondern die Veranstaltung auch wirtschaftlich zu einem Erfolg zu machen.

Mit „Feiern und vor allem Geld einnehmen“ bringt Alexander Rühl (19) das Ziel auf den Punkt. Verständlich, denn die Ausrichtung der Zimmerner Kerb in wenigen Monaten ist bekanntermaßen kein billiges Unterfangen.

Zulauf übertrifft alle Erwartungen

Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Vorkerb erweisen sich am Wochenende aber alles andere als gut: Der Maiabend präsentiert sich für eine Open-Air-Veranstaltung äußerst kühl und die professionelle Organisation, zu der auch das dreiköpfige Security-Team einer Sicherheitsfirma gehört, beschert ein hohes Maß an Fixkosten. Zumindest DJ „Cool K“, der fetzige Beats auflegt, erspart zusätzliche Ausgaben, da er vom Jahrgang ist. Die finanziellen Bedenken, dass die Kerb-Kasse der Grün-Weißen Schiffbruch erleiden könnte, lösen sich dann unvermittelt in Luft auf: Die „Vorkerb“ zieht zahlreiche junge Menschen an: Noch vor 23 Uhr sind die rund 300 Besucher erreicht, die es braucht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Danach ebbt der Zustrom alles andere als ab, so dass die Resonanz alle Erwartungen übertrifft. Im Zelt an der Bar herrscht rege Nachfrage. Hinter der Theke stehen fast ausschließlich Eltern, die ihre Söhne tatkräftig bei deren Mission „Kerb 2010“ unterstützen.

„Alle müssen an einem Strang ziehen, sonst funktioniert das nicht“

An das Angler-Gelände kam der Jahrgang durch Beziehungen: So gehen von den 27 Kerbborschte gleich mehrere beim AV dem Angelsport nach. Laut Rühl beginnt in den nächsten Tagen die heiße Phase für den Zimmner Ausnahmezustand im August und damit die große Arbeit für den Jahrgangs-Vorstand. „Wir sind auf alle Fälle nervös“, erzählt der 19-jährige, auch wenn man den Vorgängern im letzten Jahr schon auf die Finger geschaut hat. „Alle müssen an einem Strang ziehen, sonst funktioniert das nicht“, wirft Martin Adolf (18) ein. Von der „Manpower“ weist die Gruppe mit 27 Borschte einen guten Durchschnitt auf: Waren es letztes Jahr nur 15 Jungs zählte man im Jahr davor 40. „Wir haben ein altes Fußballer-Sprichwort ein bisschen abgewandelt: Statt elf Freunde müsst ihr sein heiß es bei uns 27 Freunde müsst ihr sein“, lacht Rühl und ergänzt, dass die Truppe bisher gut zusammen hält. „Für alle anderen Herausforderungen hören wir auf die guten Ratschläge des Kerbvereins“, ergänzt er zuversichtlich.

Am Samstagabend ging die Rechnung der Kerbborschte auf: Zum Auf- und Abbau konnte man auf fast alle Mann zurückgreifen.

Vor allem beim Abbau war Verlässlichkeit gefragt, denn der erfolgte noch in der gleichen Nacht. Der Grund: Am Sonntag früh fand eine Konfirmationsfeier beim AV statt, weshalb das Gelände bis 11 Uhr picobello übergeben werden musste.

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