Friedensschule in Groß-Zimmern

Auf dem Weg zur Ganztagsschule

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Bauprogramm: In diesem Jahr soll die Umgestaltung des Friedensschul-Altbaus an der Wilhelm-Leuschner-Straße beginnen. Neugestaltung des Pausenhofs mit Beteiligung der Sozialen Stadt. Das alte Schulhaus (hinten) und die kleine Turnhalle (rechts) sollen für die Ganztagsschule genutzt werden.

Groß-Zimmern - „Die Planungen laufen“, lautet die Nachricht aus der Verwaltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg zum Umbau der alten Friedensschule in ein Ganztagsgebäude. An der Grundschule wird schon lange auf die Erweiterung des Raumangebotes gewartet.

Mit Freude wird daher die Aussage aus dem Büro des zuständigen Kreisdezernenten Christel Fleischmann aufgenommen: „Der Baubeginn wird noch in 2014 erfolgen.“ Während es in früheren Jaren hin und wieder in der Kommunikation zwischen dem Landkreis als Schulträger und der Freidensschule etwas hakte, ist Schulleiter Axel Pucknat jetzt über den „Teilplan“ informiert. Ein wirklicher Plan ist es indes noch nicht, da ja noch keine offiziellen Entwürfe vorliegen, zu denen die Schulleitung Stellung nehmen könnte. Überlegungen zur Erweiterung des Raumangebotes für die Grundschule gibt es schon länger. Die Möglichkeiten auf dem Gelände sind aber äußerst begrenzt.

Daher wurden immer wieder auch Nachbargebäude ins Auge gefasst – zunächst das „Haus Hirschkopf“. Das gehört inzwischen der Gemeinde und ist als bestehendes Gebäude sowieso nicht umzunutzen, aus Gründen des Denkmalschutzes darf es abgerissen werden. (Die Untere Denkmalbehörde beim Landkreis hat übrigens ebenfalls den Baudezernenten Fleischmann zum Dienstherren.) So richtete sich der Blick auf das alte Schulgebäude an der Wilhelm-Leuschner-Straße, das ebenfalls in Gemeindebesitz war und lange Zeit preisgünstigen Wohnraum bot. Überlegungen, bei der Umnutzung des Gebäudes auch eine kleine Kita zu integrieren, scheiterten allerdings am begrenzten Raumvolumen und dem politischen Willen in der Gemeinde, stattdessen eine große Kita mit Ü3- und großem U3-Angebot auf dem Festplatz zu errichten.

Diese neue Kita wird übrigens bereits im April und damit deutlich früher in Betrieb genommen als die Erweiterung der Friedensschule, für die in Fleischmanns Büro mit einer Fertigstellung „Ende 2015“ gerechnet wird. Die Investitionssumme für den Schulumbau wird auf 3,5 Millionen Euro beziffert. Für den Ankauf des alten Schulgebäudes hat der Kreis der Gemeinde zusätzlich rund eine Million Euro bezahlt, aus der Groß-Zimmern wegen der Nutzungsänderung allerdings auch einen Wohnungsbau-Förderkredit des Landes Hessen vorzeitig tilgen musste.

Das Schulbauprojekt ist dann durch Umschichtung von Mitteln im ehrgeizigen, auf zehn Jahre und Investitionen von über 380 Millionen Euro angelegten Schulsanierungs- und Modernisierungsprogramm des Landkreises verzögert worden. Allerdings nicht - wie von manchen Beobachtern anfangs befürchtet - durch die zeitweise Einquartierung von Flüchtlingen, denen inzwischen längst eine neue Bleibe zugewiesen worden ist. Wenn schon Baustelle, dann auch gleich richtig, scheint Pucknat zu denken, als er im Telefongespräch mit dem LA die Schulhof-Umgestaltung erwähnt.

Die soll ab 2015 in Angriff genommen werden, und zwar im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“, aus dem wesentliche Mittel für die Baumaßnahme erwartet werden. Etliche Gestaltungsideen sind in einer Versammlung mit den Eltern bereits erarbeitet worden (wir haben berichtet), an der weiteren Planung arbeitet jetzt eine Landschafts-Architektin aus Darmstadt. Und natürlich ist der Landkreis als Träger mit im Boot, auch finanziell. Ähnlich wie bei der Umgestaltung der Außengelände von Albert-Schweitzer- und Schule im Angelgarten könnte er den nach den Regeln des Städtebauprogramms fällig werdenden Gemeindeanteil von nominal einem Drittel der förderfähigen Investitionen übernehmen. 

(sr)

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