Bucheckern knacken ist eine mühselige Arbeit, aber das Ergebnis ist schmackhaft.

Früchte von Wald und Hecke frisch auf den Tisch

Groß-Zimmern ‐ In der Naturküche haben Andreas und Karola Gräff schon viel Erfahrung. Holunderblütensirup, Schlehenmarmelade, Löwenzahnsirup und Gierschlimonade (der Giersch ist vielen Gartenbesitzern als überaus lästiges Wurzelunkraut bekannt) hat das Ehepaar aus Dieburg schon hergestellt. Am Sonntag lernen sie in der Waldschule bei den Kursleiterinnen Angela und Martina Goßmann einige neue Rezepte kennen. Von Ulrike Bernauer

Die 16 Teilnehmer des Kurses „Leckeres aus Wald und Hecke“ wollen zusammen schneiden, backen, köcheln und dabei Champignon-Aufstrich, Haselnusscreme, Maronensuppe sowie Waldbrot herstellen. Und natürlich als Lohn der vielen Mühen auch zum Schluss gemeinsam verspeisen.

Denn viel Mühe kostet so manches Gericht wirklich. Für das Waldbrot etwa werden neben Wal- und Haselnüssen auch Bucheckern von ihren Schalen befreit und das ist eine ziemlich mühselige Aufgabe. Um 150 Gramm, die Portion für ein Brot, zu knacken, benötigt man viele Hände. Auch Junis verzieht das Gesicht.

Der Sechsjährige schneidet Zwiebeln für die Maronensuppe. „Nicht noch eine“, fleht der Junge, „meine Augen jucken jetzt schon ganz doll“.

Dem achtjährigen Tobias aus Eppertshausen macht das Nüsse-Knacken Spaß und die knackigen Kerne kommen ja auch in seine Kinderlieblingsspeise. Zusammen mit Puderzucker, Butter und geschmolzener Blockschokolade werden sie zu einer gesunden Art Nutella verrührt.

Helga und Bodo Sander schneiden hingegen eifrig Champignons in Würfel. „Wir haben die Waldschule bei einem Spaziergang kennengelernt“, sagt das Münsterer Ehepaar. Zum Kochkurs wurden sie dann per Email eingeladen. Die Sanders haben ihre beiden Töchter Jil (10) und Kim (8) mitgebracht. Auch die beiden Mädchen haben bei der Gruppen-Kochaktion mit ungewöhnlichen Zutaten viel Spaß.

Inzwischen riecht es aus der Küche verführerisch, die Zwiebeln und der Speck für die Maronensuppe werden gerade angebraten. Die Sanders freuen sich schon auf die Genüsse. „Die Rezepte nehmen wir auf jeden Fall mit, damit alleine hat sich der Nachmittag schon gelohnt“, sagt Helga Sander.

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