Früher Knochen, heute Strahlen

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Astrid Geiß spricht mit Fünftklässlern der ASS. 

Groß-Zimmern - „Die alten Griechen kippten ihren Urin einfach auf die Straße!“ Dieser Umgang mit Fäkalien in der antiken Hochkultur großer Denker und Dichter löste Empörung aus. Von Ursula Friedrich

Ist das wirklich nötig? Kinder sollen schon früh für eine saubere Umwelt sensibilisiert werden.

Mit lautem „Iiiieh und „Äääh“ kommentierten dies die Kinder der Klasse 5Gc der Albert-Schweitzer-Schule. Mit vielen anschaulichen Beispielen gelang es Astrid Geiß, ihr Publikum mit einem schmutzigen Thema zu fesseln: Müll und Unrat standen im Fokus zweier Unterrichtsstunden. Geiß, ehrenamtliche Koordinatorin des Umweltprojekts „Zimmern glänzt“, schlüpfte in die Rolle der Umweltpädagogin. Nach dem Motto, was Hänschen nicht lernt..., erarbeitet sie bereits mit Kindergartenkindern die Themen Umwelt, Natur und Abfall, um aufzuklären und zu sensibilisieren.

„Auf unserem Schulweg liegen volle Windeln rum, das ist auch eklig“, knüpfte ein Fünftklässler thematisch an die fäkalienbelasteten Straßen der antiken Griechen an. „In der Grünen Mitte ist auch alles voller Müll“, steuerte ein Mitschüler bei. Dass der Müll aus der Steinzeit für Archäologen heute sogar „ein gefundenes Fressen ist“, liegt daran, dass Wissenschaftler aus diesen Hinterlassenschaften viel über das Leben des Homo sapiens erfahren. Allerdings, auch dies lehrte der historische Müllstreifzug der Referentin, „Müll“ hat sich in der jungen Menschheitsgeschichte in rasantem Tempo verändert und vermehrt. Knochenreste hinterließ unser Urahn, der Cromagnon-Mensch, die heute Generation hingegen hinterlässt ihren Enkeln Atommüll. Und dass Atommüll gefährlich ist, wissen auch die elf- und zwölfjährigen Schüler von Adi Bittner. Die Vorurteile, „es heißt immer Kindern und Jugendlichen wäre ihre Umwelt egal“, so Geiß, bestätigten die Schüler nicht. Engagiert arbeiten sie zwei Stunden und gestalten den alternativen Erdkundeunterricht sogar mit. Geiß besucht auch Kindergärten mit ihrem umweltpädagogischen Programm und verfügt über eine Menge Unterrichtsmaterial.

Kontakt: Projektwerkstatt „Soziale Stadt“, Astrid Geiß, 618378, info@sozialestadt-gross-zimmern.de.

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