Frühling in der Schweitzer-Schule

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Die Urkunde „Schule ohne Rassismus“ überreicht Wettermoderator Tim Frühling (3. v.l.). 

Groß-Zimmern - Am Donnerstag erhielt die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Groß-Zimmern das Zertifikat „Schule ohne Rassismus“. Mit der Auszeichnung geht die Verpflichtung einher, das Bekenntnis gegen Rassismus und Gewalt mit praktischen Initiativen zu füllen. Von Ursula Friedrich

Als prominenter Pate für das Schulprojekt wurde Tim Frühling, Moderator beim Hessischen Rundfunk, gewonnen.

„Wir wollen uns offen mit Problemen auseinandersetzen! Dafür wollen wir Projekte zum Thema Rassismus und Diskriminierung beginnen“, sagten die Schüler der Klasse G7b. Die Jugendlichen standen stellvertretend für die Schülerschaft der ASS vor der Gesamtkonferenz der Kooperativen Gesamtschule. Für die Schüler, die hier in 34 Klassen unterrichtet werden, beginnt nun eine neue Ära. Als 42. Schule in Hessen erhielt sie den Titel „Schule ohne Rassismus“, den ein internationales Projekt vergibt, das 1988 in Belgien aus der Taufe gehoben wurde.

Die Initiative hierfür begann in Groß-Zimmern mit einer Unterschriftenaktion der G9a im vergangenen Schuljahr, nun wurde das Schülerengagement honoriert. Die Schule sei jetzt in der Pflicht, das Prädikat gegen Rassismus und für Zivilcourage mit Leben zu füllen, sagte Sven Dwelk, Klassenlehrer der G7b. Er will offensiv einen Weg beschreiten, der gewaltfreien und respektvollen Umgang miteinander voraussetzt.

Studiobesuch beim Paten

„Ihr kommt am Samstag morgen in meine Sendung“, sagte Tim Frühling, Pate des Projekts, und lud die Klasse ein. Frühling nutzt seinen Beruf auch, um als Multiplikator für das Projekt zu dienen. Von 1 800 hessischen Schulen engagieren sich keine vier Dutzend in dieser Form. 1 300 Schulen in Europa sind Teil des Projekts und bilden ein großes Netzwerk.

Frühling lud zur „Unverkrampftheit“ ein. „Ich komme aus einer Hochhaussiedlung in Stuttgart und habe eine Gesamtschule besucht“, kein konfliktfreies soziales Umfeld, in dem vieles jedoch viel lockerer lief. „Vielleicht wird heute einiges zu stark hochgekocht“, sagte Frühling. Als erstes großes Projekt steht für die ASS-Schüler der „Schule ohne Rassismus und Schule mit Courage“ nun der Studiobesuch bei ihrem Paten an – eine Chance, über den Äther für das Projekt zu werben. Die G7b erarbeitet außerdem ein Filmprojekt zum Thema „Respekt“.

An der Schweitzer-Schule drücken 787 junge Menschen die Schulbank – hier wird miteinander gelernt und gelebt. Den Gymnasialzweig besuchen 420 junge Leute, im Hauptschulzweig sind 69 Kinder, in der Realschule 177 Schüler und die Förderstufe besuchen 121 Schüler. 111 Schüler haben eine ausländische Staatsbürgerschaft, weitere 100 haben einen deutschen Pass, sprechen aber eine andere Muttersprache.

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