Fünf Wahlen auf einem Termin

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Verwaltungsangestellte Jessica Reibold und Wahlleiter Stefan Herbert prüfen die Muster.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Die Stimmzettel sind groß, die Stimmabgabemöglichkeiten vielfältig. Deshalb werden auch in diesem Jahr Musterstimmzettel an die rund 5.500 Haushalte verteilt.

Die Wähler können sich auf diese Weise und mit Hilfe des ebenfalls verteilten Informationsblattes über die Varianten der Stimmabgabe, mit Ausnahme der Volksabstimmung, informieren. Die Listenvorschläge der Parteien für den Ortsbeirat Klein-Zimmern und die Kommunalwahl sowie die Bewerberunterlagen für die Bürgermeisterwahl am 27. März in Groß-Zimmern wurden am Mittwoch im Rathaus vom Wahlausschuss geprüft und ohne Beanstandung zugelassen. Die Reihenfolge der Listen wurde - dem Erfolg bei der letzten Wahl entsprechend - festgelegt, ebenso die der Bürgermeisterkandidaten.

Über die Reihenfolge der „Neulinge“, den parteilosen Ralf Oeßwein und Janek Gola (AUF), entschied das Los. Hinter Achim Grimm (CDU), Stefan Fröhlich (SPD) Marianne Streicher-Eickhoff (Grüne) und Peter Urban (FWG) folgt Gola auf Platz fünf des Stimmzettels, Oeßwein bildet das Schlusslicht.

Soll die „Schuldenbremse“ in die Verfassung?

Wahlleiter Stefan Herbert und Schriftführerin Nadine Roßkopf konnten den zahlreich anwesenden Prüfern bereits erste Musterwahlzettel vorlegen. Insgesamt fünf unterschiedliche Wahlen fallen am 27. März für einige zusammen. „Erschwert wird die Organisation dadurch, dass die Voraussetzungen für das Stimmrecht bei der Volksabstimmung und das Wahlrecht bei den Kommunalwahlen nicht identisch sind“, berichtet Herbert. Acht Vorstände mit jeweils acht Personen werden am Wahlsonntag in der Mehrzweckhalle und im Klein-Zimmerner Kindergarten Blumenstraße im Einsatz sein, zwei weitere sind für die Briefwahl zuständig. Drei Auszählungsvorstände (je acht Personen, hauptsächlich Rathausbedienstete) werden ab Montag nach der Wahl im Rathaus die Stimmen zählen.

Zunächst wird am 27. März überall die Volksabstimmung ausgezählt. Die Wähler sollen nämlich auch darüber entscheiden, ob das Thema „Schuldenbremse“ in die Verfassung des Landes Hessen aufgenommen werden soll.

„In der Ruhe liegt die Kraft“

Informationen hierzu bietet eine Broschüre, die im Rathaus ausliegt. Hier gilt das Landeswahlrecht (Deutsche, ab 18 Jahren, mindestens drei Monate Wohnsitz in Hessen).

Anschließend wird die Kreistagswahl ausgezählt. Hier dürfen auch nicht-deutsche Unionsbürger mitmachen. Dann werden die Gemeindevertreter und Ortsbeiräte ermittelt. „Am Wahlsonntag wird zunächst nur die Trendwahl errechnet“, so Herbert, also nur die komplett angekreuzten Listenvorschläge der Parteien gezählt. „In der Ruhe liegt die Kraft“, kommentiert Herbert die chaotisch anmutende Vielfalt. „Wenn man Schritt für Schritt vorgeht, kann nichts schief gehen“, meint der Hauptamtsleiter, der sich im Rathaus seit 1983 fast jährlich mit irgendeiner Wahl befasst.

Was wohl die meisten vor Ort am spannendsten finden, kommt zuletzt: die Bürgermeisterwahl. Da eine Stichwahl bei sechs Kandidaten mehr als wahrscheinlich ist, wird es darum gehen, welche zwei Bewerber sich für den Folgetermin am 10. April qualifizieren können.

Wahrberechtigung erstmals als DIN A-4

Außer der Stimmabgabe am Wahlsonntag ist natürlich auch die Briefwahl ab dem 20. Februar im Rathaus während der Öffnungszeiten möglich, selbstverständlich gilt auch der Postweg. Damit die Wahlunterlagen den richtigen Empfänger erreichen, müssen die Namen der Bürger gut lesbar an ihren Briefkästen angebracht sein. Musterstimmzettel liegen in Kürze auch im Bürgerbüro im Rathaus aus.

Die Berechtigung zur Stimmabgabe wird den Bürgern mittels der Wahlbenachrichtigung mitgeteilt, die das Wahlamt verschickt. Diesmal handelt es sich dabei erstmals nicht mehr nur um eine Karte, sondern um einen Brief im DIN A 4-Format.

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