Fusion zur einheitlichen Bildungsregion

Darmstadt-Dieburg ‐ Im Zuge der Neuordnung der Schullandschaft der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg zeichnet sich nunmehr ein klareres Bild ab. Von Dirk Beutel

Gemäß ihres „Masterplans“ für Stadt und Kreis, einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schulamt zu konstruieren, stecken die zuständigen Dezernenten Christel Fleischmann (Grüne, Landkreis) und Dierk Molter (FDP, Darmstadt) in der Feinabstimmung. Das Ziel: ein aufeinander abgestimmtes, wortortnahes und umfassendes Bildungsangebot. Dies soll mittels eines gemeinsamen Schulentwicklungsplans geschehen, der für Stadt und Kreis sechs Planungsbereiche vorsieht. Mit diesem Konstrukt wäre man Vorreiter in Hessen.

Es ist geplant, Darmstadt und den Landkreis in einem Zweckverband zu vereinen, der für die Aufgaben eines Schulträgers zuständig ist“, erklärt Christel Fleischmann. Bei der Bevölkerung sorgten die vorgestellten Planungsbereiche unlängst für Verwirrung. Viele Eltern befürchteten, ihr Kind nicht mehr auf eine Schule nach Wunsch schicken zu können. Dazu Fleischmann: „Nach dem vierten Schuljahr haben alle Eltern das Recht auf freie Schulwahl, falls Kapazitäten vorhanden sind. Das sieht das Hessische Schulgesetz vor, und das wird auch nicht ausgehebelt.“ Auch sein Amtskollege Molter betonte, dass es sich bei den Planungsbereichen nicht um eine Form von Schülerlenkung handele. Vielmehr wolle man eine gemeinsame Bildungsregion entwickeln.

Schülerströme werden sich nicht verändern

Es gibt keine Grenzen“, ergänzte er. Demnach soll jede Planungsregion ein ausreichendes und vielfältiges Schulangebot vorweisen, dies gelte auch für acht- und neunjährige Gymnasialzweige. Die Einteilung in sechs Planungsregionen werde es dem neuen Zweckverband erleichtern, Investitionen in den Lehrkörper und in die Schulausstattung zu stecken. Insbesondere dann, wenn sich eine Schule in eine bestimmte Fachrichtung (Musik, Sport oder Naturwissenschaft) spezialisiere. Bei einer solchen Profilbildung könne die Finanzierung gezielter und sinnvoller fließen als bisher. In welche Richtung sich eine Schule entwickele, hänge ganz von ihr selbst ab. In diesem Zusammenhang werden Investitionen und Personalplanungen gesichert. Auch ob eine Schule entsprechend ausgelastet sei, könne mittels dieser Ausgangslage besser überblickt und gesteuert werden. Ein weiteres Ziel sei es, die Kooperationen zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen zu intensivieren. Darüber hinaus bereite es Schuldezernent Fleischmann keine Sorgen, dass sich durch die geplante Neuausrichtung Schülerströme veränderten. „Hierfür stützen wir uns auf statistische Auswertungen und Prognosen bis in das Jahr 2015, die unsere Steuerungsgruppe erarbeitet hat.“ So seien etwa Aschaffenburger, die nach Babenhausen auf die Schule gehen möchten „jederzeit willkommen“. Spätestens bis zum 8. November möchte Fleischmann den gemeinsamen Schulentwicklungsplan in den Kreistag zur Abstimmung einbringen.

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