Fußgängerüberweg oder Ampelanlage

Lösungsmöglichkeiten für Verkehrsbrennpunkt in der Waldstraße: Finanzausschuss befürwortet drei Anträge zu einem Thema.

Groß-Zimmern - In der Waldstraße soll ein neuer Zebrastreifen mehr Sicherheit bringen. Realisiert werden kann das Projekt aber erst, wenn genügend Geld für eine neu zu installierende Straßenbeleuchtung bereitsteht. Von Gudrun Fritsch

Um die Lösung des heiklen Verkehrsporblems bis zum kommenden Haushaltsplan nicht noch ein Jahr hinauszuschieben, beantragen die Fraktionen von FFA und SPD, für den Umbau der Fußgängerfurt in Höhe der Radfahrhalle im Nachtrag des 2012er Haushaltes 20.000 Euro bereit zu stellen. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag überraschte der Gemeindevorstand die Mitglieder mit einem neuen Antrag. Demnach sollen 22.500 Euro für die Errichtung einer Fußgängerampel genehmigt werden.

„Der Antrag hätte in den Planungsausschuss gehört“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Hader. Auch aus den anderen Fraktionen gab es Schelte: „Am runden Tisch haben Sie davon nichts erwähnt. Die Verhandlungen sind gut gelaufen. Wir waren uns einig, die Finanzierung des Überweges über den Nachtragshaushalt vorzuziehen. Da hätte man auch über eine Ampelanlage reden können“, meinte Peter Urban (FFA/Freie Wähler).

Sicherheit auf dem Überweg

„Die Vorlage hätte differenzierter erfolgen sollen. Es gibt klare Parameter, wann eine Ampelanlage notwendig ist. Wurde das geprüft?“, ergänzte Claus Rosendahl (SPD). Er bemängelte zudem: „Gegen eine sichere Lösung kann sich wohl kaum einer wehren. Aber wir hätten darüber reden können.“

„Die zuletzt eingegangenen Angebote waren wesentlich günstiger als die ersten Anfragen“, rechtfertigte BürgermeisterAchim Grimm den nun nachgereichten Antrag. Eine solche Fußgängerschutzanlage werde von der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei favorisiert und sei zudem besser geeignet, die Sicherheit auf dem Überweg zu gewählreisten. „Aufgrund der Kurvenführung aus Richtung Ortsmitte ist die Ampel wesentlich schneller und leichter zu erkennen.“

Die Kosten der Firma Swarco, die auch für die Ampelanlage an der Wald-/Ecke Bahnstraße zuständig ist und mit der man bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe, liegen bei knapp 16 500 Euro. Hinzu kämen knapp 6 000 Euro für die Herstellung der Fahrbahndecke, Markierung und weitere Arbeiten. „Die Verkehrsströme haben immens zugenommen. Wir sind für die Ampelanlage“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marianne Streicher-Eickhoff. Auch die laufenden Wartungskosten von rund 2 600 Euro jährlich müssten ihrer Meinung nach drin sein. Zum Vorgehen entschärfte sie die Kritik der Oppositionskollegen: „Schließlich waren wir doch am runden Tisch alle bereit, 20.000 Euro für einen Fußgängerüberweg auszugeben.“

Eltern rangen um Sicherheit

Eigenartig verlief dann die Abstimmung: Der Antrag des Gemeindevorstandes fand mit eine klare Mehrheit. (fünf dafür, drei Enthaltungen und eine Gegenstimme). Allerdings wurden auch die Anträge von SPD und FFA mit jeweils vier Ja-Stimmen, drei Nein und zwei Enthaltungen angenommen. Hierüber entscheidet die Gemeindevertretung am Dienstag.

Zur Vorgeschichte:

Lange rangen Eltern und Schulleitungen um mehr Sicherheit auf den Schulwegen. Immerhin pendeln allein zu Albert-Schweitzer- und Angelgartenschule rund 1 000 junge Leute unterschiedlicher Altersstufen. In Briefen an den Bürgermeister wurden nicht nur Ängste formuliert, sondern auch Lösungen ausgearbeitet. Zum Beispiel ein Zebrastreifen auf der Waldstraße in Höhe der Rad- und Rollsporthalle. Die Gemeinde handelte. Mit Ordnungsamt, Bauamt, Vertretern des Polizeipräsidiums Südhessen und der Verkehrsbehörde des Landkreises wurden die Örtlichkeiten untersucht. Im Juni gab es grünes Licht für den gewünschten Zebrastreifen. Die Gesamtkosten von 6 648 Euro für Markierungen, eingeforderte Verkehrszeichen 350-10, Heckenschnitt und Pflasterungen wären zu stemmen gewesen. Wäre nicht noch die Auflage an die Stadt, eine neue Straßenbeleuchtung nach DIN 5044 zu installieren – eine Maßnahme, die mindestens 11 000 Euro verschlingen würde. Und damit die Kosten für das originäre Vorhaben Zebrastreifen deutlich übersteigt. Die von Bürgermeister Grimm eingeführte Tempo-30 Regelung auf der Waldstraße musste musste auf Anordnung der Verkehrsbehörde zurückgenommen werden, denn es gibt bestimmte Parameter, die eine Straße für Tempo 30 erfüllen muss – die Waldstraße ist hierfür zu breit.

Ein Zugeständnis gab es dann doch: Bis zum Bau des neuen Fußgängerüberwegs müssen Autofahrer auf diesem Teilstückchen der Waldstraße mit dem Fuß vom Gas.

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