Gabi Geier als „Bullette“

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Ein Renner bei der Fastnachtssitzung des Klein-Zimmerner Gesangvereins war das Lied von der „Grüneboams-Lies“.

Klein-Zimmern - Musikalisch, aber auch wortreich ging es bei der Fastnacht in Klein-Zimmern am Samstag im Feuerwehrhaus zu. Von Ulrike Bernauer

Dass viel gesungen wurde, ist selbstverständlich wenn ein Gesangverein zum Kappenabend einlädt und so erfreuten die Sänger mit einigen Liedern das närrische Publikum. Bunt ausstaffiert waren die Sangesfreunde bei ihrem Lied von der „Grüneboams-Lies“ und ernteten für ihren spaßigen Vortrag viel Applaus.

Ordentlich Beifall gab es auch bei den zahlreichen Büttenreden. Die Vorsitzende Gisela Millmann verriet Internas des Vereins, spendete Lob in ihrem Protokoll, übte aber auch Kritik.

Der Joggerstand

Maike Schäfer erfreute als Jogging-Fanatikerin, die sich des sportlichen Themas mal ganz anders annahm. „Man kann zum Beispiel fachgerecht ganz entspannt im Sessel und sitzend in den Socken hocken. Stellt man sich aufrecht kurzerhand und joggt, ist das der Joggerstand. Wechselweise hoch das Bein kann auch ne Art von Jogging sein. Wer beide hochnimmt, übertreibt, weil er nicht lange oben bleibt.“

Schäfer konnte das Publikum noch einmal in der Bütt erleben, die Mutter einer halbwüchsigen Tochter tat sich zusammen mit Vera Ansorge. Aus dem Alltag der Familie plauderten die beiden und die Tochter erzählte, was in der Schule so alles los war. Der Lehrer hätte gefragt, wo den die Kinder herkämen und die Kinder hätten geantwortet, vom Storch oder einem Engel gebracht. Sie hingegen hätte erwidert, „wir sind arme Leute, der Papa muss das alles selber machen“.

Ein bisschen erschreckte die närrische Gesellschaft, als plötzlich eine Polizistin einmarschierte. Aber es hatte keiner falsch geparkt, Gabi Geier erzählte vom Leben einer „Bullette“.

Bei der Reiterstaffel war sie nicht so richtig aufgehoben und auch bei der Hubschrauberstaffel klappte es nicht so recht, weil es mit dem Englischen etwas haperte und sie ihre „Posischen“ (Position) nicht durchgeben konnte. „Un do heb ich donn, es wär doch gelacht, e Kreizung genumme un mich selbständig gemacht. Uff meiner Kreizung voller Wonne stehjn ich in meiner Verkehrsregelungstonne.“

Bardo Kunkel enttäuschte nicht

Elisabeth Schaffer beschäftigte sich mit der Gesundheit. Ins St. Rochus war sie eingeliefert und an der Leiste operiert worden. „Der ganze Bauch wurd uffgerisse, ach, ich fühl mich so beschisse. Da kreischt die Schwester, so an Trumm: ,aus em Bett, ihr Zeit ist um’. Dann sagt sie frech mir ins Gesicht: ,länger bezahlt die Kasse nicht’. So was geht heut nur ambulant, des haast, mer kriet nur ein Verband. Ambulant hast ohne Ruh, a Infektion umsunst dazu.“

Gespannt wartete das Publikum auf den Höhepunkt der närrischen Reden. Und Bardo Kunkel, der sich im letzten Jahr wieder im Dorf umgehört hatte, enttäuschte nicht. In die Gesangvereinsvorsitzende Millmann hatte er selbst sich verliebt und beäugte nun eifersüchtig deren Gatte Josef. „Der Josef war als junger Bengel, wie alle Knaben hochpotent. Ein Turbodauerstehaufstengel, denn seiner war härter als Zement.“

Doch alles geht auch mal zu Ende, „mit 70 wurde Josef wach, sein Geist ist zwar noch willig, jedoch sein Fleisch ist schwach“. Aufs Korn nahm Kunkel auch Ortsvorsteher Markus Geßner, der sich auf der Datenautobahn verfahren habe. Bis er endlich seine Dagmar kennenlernte. „Zwei Klein-Zimmerner Herzen stehen in Flammen, mit dieser Frau bleibt er immer zusammen. Ihre Herzen schrien Feuer und brannten lichterloh, er braucht die Dagmar genauso, wie das Papier am Klo.“

Für Begeisterung unter den Fastnachtsgästen sorgte auch Marcel Roßkopf als Schlagersängerin Andrea Berg. „So ein Figürchen müsst man haben“, seufzte so manche Dame im Publikum.

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