Steinbrechers sind heimisch in Eckernförde und in Groß-Zimmern

Ganz klassisch beim Tanzen kennengelernt

Ruth und Hans Steinbrecher feierten am Mittwoch Eiserne Hochzeit. Foto: Bernauer

Groß-Zimmern (bea) J  Ruth (87) und Hans (90) Steinbrecher arbeiteten einst in Eckernförde im gleichen Betrieb, aber kennen und lieben gelernt haben sie sich beim Tanzen. Das war damals nur eingeschränkt zugelassen, „aber die Tanzschulen waren erlaubt.

Und dort wurde das Tanzbein geschwungen “, berichtet Hans Steinbrecher. „Näher gekommen sind sich die beiden nach dem Tanzen auf dem gemeinsamen Heimweg, sie wohnten dicht beieinander. Am gestrigen Mittwoch feierte das Paar Eiserne Hochzeit.

Am 10. August 1946 haben sie geheiratet, allerdings nicht in Groß-Zimmern, sondern an der Ostsee. Die eiserne Jubilarin ist dort aufgewachsen, Ehemann Hans, ein gebürtiger Zimmerner, wurde als blutjunger Ingenieur mit 19 Jahre an die Torpedoversuchsanstalt versetzt und vom Kriegsdienst freigestellt.

Die spätere Gattin arbeitete nach dem Abitur und dem Besuch der Handelsschule in Kiel, ebenfalls in der Versuchsanstalt, deren Leiter ihr Vater war. Hans Reichenberger besuchte in Eckernförde nach seiner Ingenieursausbildung noch die Staatsbauschule und wurde Architekt.

Nach Zimmern zog das junge Paar ins Elternhaus des Gatten, weil er bei der Eisenbahn eine Anstellung fand, wo er sein Ingenieurswissen einsetzen und als Architekt arbeiten konnte. Aber auch In Eckernförde fühlte sich der Zimmerner immer heimisch: „Wir sind oft hingefahren und das Ostseebad ist meine zweite Heimat geworden“, sagt der Jubilar. Auf der anderen Seite fühlte sich das Nordlicht Ruth schnell im Südhessischen heimisch, „hier wird viel schneller Du gesagt, als in meiner Heimat, das gefiel mir.“

1947 erhielt die Familie Steinbrecher Zuwachs, Sohn Gerhard wurde geboren. Tochter Elke erblickte 1960 das Licht der Welt. Drei Generationen wohnten fortan unter einem Dach, dem Elternhaus von Hans Steinbrecher. Das ist auch heute noch der Fall: die Tochter wohnt mit Ehemann und dem zwölfjährigen Enkel Fabian einen Stock über dem eisernen Hochzeitspaar. „Anfangs führten wir alle einen gemeinsamen Haushalt, aber nach vielen Um- und Anbauten gibt es jetzt sehr viel mehr Platz.“ Als Architekt hatte Steinbrecher auch die nötige Fachkenntnis, auf die auch die Zimmerner Verwandtschaft gerne zurück griff.

Das große Hobby des Ehepaars war und ist das Wandern. Der Jubilar leitete viele Jahre die Wanderabteilung des Turnvereins, später dann die Seniorenabteilung. „Auch heute gehen wir noch zusammen spazieren, aus dem Wandern haben sich zahlreiche Freundschaften entwickelt“, sagt Hans Steinbrecher. Nach schwerer Krankheit von Gattin Ruth haben die beiden erst mal ein wenig Pause beim Wandern gemacht. „Aber im Herbst hoffe ich wieder unterwegs zu sein“, freut sich die Jubilarin.

Langweilig wird es ihnen nicht. Beide lesen gern und versorgen ihren Haushalt noch selber. Früher sind sie auch gerne gereist unter anderem nach Japan, Thailand, Kanada oder Amerika. In die weite Welt hat es auch Sohn Gerhard verschlagen, er hat sich in Japan niedergelassen und eine Japanerin geheiratet.

Zum Fest am Mittwoch war jedoch die ganze Familie versammelt, bei Georgie hat nicht nur die Verwandtschaft mit den Jubilaren gefeiert, sondern auch der engste Kreis der Wanderfreunde.

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